23Jul/14

Pflegestufe beantragen – Wie geht das?

Wer seinen Alltag nicht mehr ohne fremde Unterstützung meistern kann, hat die Möglichkeit eine Pflegestufe zu beantragen, um Unterstützung durch die Pflegeversicherung zu bekommen. Dabei ist oft unklar, wie welche Pflegestufe vergeben wird und wie die Antragsstellung überhaupt funktioniert.

Pflegestufe beantragenPlötzlich ist der Alltag eingeschränkt. Einkaufen, putzen, waschen und kochen fallen schwer. Auch das Duschen und Anziehen ist alleine nur schwer zu bewältigen. Wer dies bei sich selbst oder nahen Angehörigen beobachtet, sollte über die Beantragung einer Pflegestufe nachdenken. Denn ist man pflegebedürftig geworden, hat man Anspruch auf die Leistungen der Pflegeversicherung. Diese umfassen z.B. die Unterstützung durch Pflegegeld oder eine professionelle Pflegekraft. Die Höhe der Unterstützung hängt von der Pflegestufe ab. Um überhaupt eine Pflegestufe zu bekommen, muss ein Antrag bei der gesetzlichen Pflegekasse gestellt werden. Privat Versicherte wenden sich an ihre private Krankenversicherung.

Gut zu wissen: Die Antragsstellung kann auch von Angehörigen oder Bevollmächtigen vorgenommen werden und muss nicht direkt durch den Pflegebedürftigen erfolgen.

Antrag stellen
Es reicht vorerst eine schriftliche, formlose Anforderung des Antragsformulars. Setzen Sie einfach ein schreiben mit den Worten: „Hiermit beantrage ich Leistungen aus der Pflegeversicherung. Bitte senden Sie mir einen Antrag für Leistungen aus der Pflegekasse.“ auf.

Das entsprechende Formular müssen Sie ausgefüllt an die Versicherung zurückschicken.

Pflegetagebuch führen
Bitten Sie den Menschen, der Ihnen bisher unterstützend zur Hand geht, ein zweiwöchiges Pflegetagebuch zu führen.

Das Pflegetagebuch dokumentiert, wann und in welchem Umfang Sie im Alltag Unterstützung benötigen und hilft dabei, die Pflegestufe festzulegen.

Besuch durch einen Gutachter
Sind Ihre Unterlagen bei der Pflegekasse eingegangen, wird ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) einen Termin mit Ihnen vereinbaren. Sie sollten einen Angehörigen bitten, bei diesem Termin dabei zu sein und Ihr Pflegetagebuch bereithalten.

Bei diesem Termin macht sich der Gutachter ein Bild davon, wann und wo Sie Hilfe benötigen. Das Pflegetagebuch hilft bei der Einschätzung Ihrer Pflegebedürftigkeit. Viele Pflegebedürftige sind bei diesen Terminen sehr zurückhaltend und geben ihre Pflegebedürftigkeit nicht im vollen Umfang preis, vor allem aus Scham. Bitte seien Sie ehrlich und sprechen offen über alle Einschränkungen im Alltag. Hier sollte Ihnen nichts peinlich sein, damit Sie die Chance haben, die bestmögliche Unterstützung zu bekommen.

Das Gutachten bildet die Grundlage für Ihre Pflegestufe.

Bescheid
Nach etwa fünf Wochen meldet sich die Pflegekasse bei Ihnen und teilt Ihnen das Ergebnis mit. Wer mit diesem nicht einverstanden ist, kann innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Ihren Wiederspruch sollten Sie begründen. Möglicherweise sollten Sie sich rechtliche Unterstützung bei einem Anwalt holen. Auch Verbände wie die Arbeiterwohlfahrt, Caritas oder Diakonie helfen ebenfalls.

Wer bekommt welche Pflegestufe?
Pflegestufe erhaltenGrundsätzlich gibt es drei Pflegestufen – 1, 2 und 3. Je nach Pflegestufe unterscheidet sich die Höhe der zugesprochenen Leistungen. Wer keiner dieser drei Stufen zugeordnet wird, aber dennoch in der Grundpflege (z.B. bei der der Körperpflege oder Aufstehen und Anziehen) hilfebedürftig ist, hat seit 2008 Anspruch auf einen Betreuungsbetrag in Höhe von 100 oder 200 Euro. In diesem Fall spricht man von der Pflegestufe Null. Zusätzlichen haben Sie in jeder Stufe die Möglichkeit kostenfrei Pflegehilfsmittel zur Unterstützung zu beantragen.

Pflegestufe 1:
In Pflegestufe 1 spricht man von erheblicher Pflegebedürftigkeit. Erheblich pflegebedürftig ist, wer mindestens einmal pro Tag Hilfe bei zwei Verrichtungen aus der einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege benötigt. Zusätzlich benötigt eine Person in Pflegestufe 1 mehrmals wöchentlich Unterstützung bei der Haushaltsführung. Insgesamt liegt der Tagesaufwand für die Pflege hier bei 90 Minuten, wobei 45 Minuten auf Unterstützung bei der Grundpflege entfallen.

Pflegestufe 2:
Pflegestufe 2 setzt Schwerpflegebedürftigkeit voraus. Von Schwerpflegebedürftigkeit wird gesprochen, wenn mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe bei der Grundpflege benötigt wird. Zusätzlich benötigt eine Person in Pflegestufe 2 mehrmals wöchentlich Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Insgesamt liegt der tägliche Zeitaufwand bei mindestens drei Stunden, davon mindestens zwei Stunden für den Bereich Grundpflege.

Pflegestufe 3:
In Pflegestufe 3, auch Schwerstpflegebedürftigkeit, fällt der Hilfebedarf in der Grundpflege auf den gesamten Tag an, so dass jederzeit Unterstützung erforderlich ist. Auch hier benötigt die pflegebedürftige Person mehrmals in der Woche Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Der durchschnittliche Zeitaufwand pro Tag liegt bei fünf Stunden, davon mindestens vier Stunden in der Grundpflege.

Bildquelle: iStock / Fotolia

7Jul/14

Umfrage: Nadelstichverletzungen in der Altenpflege

Seit März 2014 gelten neue „Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“. Aus diesem Grund werden nun auch in der stationären und ambulanten Altenpflege neue Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter vor Nadelstichverletzungen getroffen. Um unter anderem feststellen zu können, wie hoch das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen in der Altenpflege ist, führt die Initiative SAFETY FIRST! eine Umfrage durch.

Nadelstichverletzungen in der AltenpflegeNadelstichverletzungen zählen zu den häufigsten Arbeitsunfällen im Gesundheitswesen und der Pflege. Laut Expertenuntersuchungen sticht oder schneidet sich jeder Mitarbeiter durchschnittlich alle zwei Jahre einmal. Das entspricht rund einer Million Verletzungen pro Jahr – die Dunkelziffer liegt weit höher. Etwa 50 bis 90 Prozent der Nadelstichverletzungen werden Schätzungen zufolge nicht gemeldet.

Was bei Nadelstichverletzungen oft vergessen wird, sind, neben den gesundheitlichen Risiken, auch die mit den Verletzungen einhergehenden Kosten. Eine einzelne Verletzung kann durchschnittlich Kosten in Höhe von 480,- Euro verursachen. Diese ergeben sich durch diagnostische Maßnahmen, notwendige Behandlungen und möglichen Arbeitsausfall. Inzwischen gibt es verschiedene Studien, die sich mit diesem Thema näher befassen und zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Wie hoch ist das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen?
Die Initiative SAFETY FIRST! Deutschland möchte mit einer Umfrage zum Thema Nadelstichverletzungen zum einen herausfinden, wie hoch das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen im Berufsalltag in den Bereichen Pflege und Gesundheitswesen ist. Zum anderen soll das Ergebnis der Umfrage zeigen, ob Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ausreichend über Nadelstichverletzungen und deren Folgen aufklären sowie geeignet Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter ergreifen.

Mitmachen kann jeder, der in der Altenpflege tätig ist und in seiner Tätigkeit mit Nadeln in Kontakt kommt, z.B. beim Insulin spritzen oder Blutzucker messen.

Initiative SAFETY FIRST! Deutschland
Die Initiative SAFETY FIRST! Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema Nadelstichverletzungen in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen, um so auf die Aktualität und Dringlichkeit dieses Themas ausführlich hinzuweisen. Im Fokus stehen hierbei natürlich die Berufsgruppen, die durch ihre tägliche Arbeit mit spitzen und scharfen Instrumenten besonders gefährdet sind, um ein Bewusstsein für die Verletzungsgefahr und daraus resultierende mögliche Infektionen zu schaffen.

Bildquelle: Pixelio.de

16Jun/14

Drei Fragen an…

Daniela Leher, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Altenhilfe der Stadt Augsburg verantwortlich zeichnet.

Pflegeblogger: Die Altenhilfe der Stadt Augsburg wird zentral durch eine Betriebsträgergesellschaft geleitet. Was sind die Hintergründe dieser Struktur?

Altenhilfe Augsburg:
Die städtischen Senioreneinrichtungen haben eine lange Tradition in Augsburg. Fast alle sieben Pflegeheime waren in früheren Zeiten stiftungseigene Altenhilfeeinrichtungen, die schon teilweise über Jahrhunderte im Bereich der Alten- und Krankenpflege Versorgungsangebote in Augsburg schufen. So ist das Paritätische Hospital-Stift die älteste kommunale Stiftung Augsburgs und geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Auch die Geschichte des paritätischen St. Jakobs-Stift reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Andere Einrichtungen, wie das Anna-Hintermayr-Stift, wurden durch das Engagement Augsburger Industrielle in das Leben gerufen. Das Anna-Hintermayr-Stift ist beispielsweise Bestandteil der Fritz-Hintermayr’schen Stiftung, die 1962 von dem Großindustriellen Fritz Hintermayr gegründet wurde. Insgesamt 15 Jahre lang, im Zeitraum zwischen 1991 bis 2006, war das Wohnungs- und Stiftungsamt der Stadt Augsburg für die Verwaltung der Häuser zuständig. Im Jahr 2006 wurde das Management der städtischen Senioreneinrichtungen auf die Altenhilfe der Stadt Augsburg übertragen. Seither führt das kommunale Unternehmen die Betreuungs- und Verwaltungsaufgaben in der Rechtsform eines Eigenbetriebes. Das Wohlergehen älterer Menschen in einer Stadt wie Augsburg zu gewährleisten ist eine Kernaufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge.

Pflegeblogger: Was zeichnet die Altenhilfe der Einrichtungen aus? Welche Angebote können pflegebedürftige Menschen nutzen?

Altenhilfe Augsburg:
Die Altenhilfe Augsburg richtet sich mit ihren Angeboten an aktive Senioren ebenso wie an pflegebedürftige Menschen. Mit diversen Wohnangeboten wie Einzel- und Doppelzimmer oder ganze Wohneinheiten reagieren wir auf die verschiedenen Pflegebedürfnisse und Alltagsgewohnheiten der Menschen. Es wird zudem ein umfangreiches Leistungsspektrum im Bereich der Pflege und Betreuung angeboten. Garanten für eine optimale Pflege im ambulanten als auch stationären Bereich sind die fachlich qualifizierten Pflegeteams und eine Fachkraftquote von 52 Prozent. Angesichts der demografischen Entwicklung der pflegebedürftigen Menschen mit einer Demenzerkrankung, wurde 2013 das Seniorenzentrum Lechrain eröffnet, das sich auf den Bereich der Demenz spezialisiert hat. Das Ziel der Altenhilfe ist, allen Menschen – unabhängig von dem Grad ihrer Pflegebedürftigkeit und ihres Einkommens, ein selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen.

Pflegeblogger: Wie begegnen Sie dem Fachkräftemangel? Gibt es besondere Konzepte der Mitarbeiterbindung.

Altenhilfe Augsburg:
In den Häusern der Altenhilfe sichern überwiegend langjährige Mitarbeiter eine individuelle, einfühlsame und professionelle Betreuung. Ein gutes Betriebsklima, Kontinuität im Pflegeteam, regelmäßige Mitarbeitergespräche, der Austausch von Ideen und Verbesserungsvorschlägen, sind wesentliche Bestandteile des Personalkonzeptes. Mit unseren Weiterbildungsangeboten erweitern wir regelmäßig die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter und integrieren neueste Erkenntnisse in unsere Arbeit. Wichtig ist uns auch die Bindung des Nachwuchses. Jedes Jahr übernehmen wir viele unsere Auszubildenden in der Pflege und fördern einige von ihnen gezielt mit weiteren Qualifikationen, um sie langfristig auf Führungspositionen vorzubereiten.

Pflegeblogger: Vielen Dank für das Kurzinterview.

Foto: © Petair - Fotolia.com

16May/14

Frauen und Pflege: Höhere Belastung in allen Bereichen

Dass Frauen in Pflegeberufen häufiger zu finden sind, als Männer, ist uns allen wahrscheinlich bewusst – und wird den meisten tagtäglich vor Augen geführt. Doch auch in der Pflege zuhause sind es überwiegend Frauen, die sich der herausfordernden Aufgabe stellen – und am Ende haben sie viel zu oft das Nachsehen.

Ich gebe zu, für einen Freitag im Mai, der mit Sonnenschein ins Wochenende lockt ist das Thema heute ein wenig schwere Kost. Trotzdem frage ich mich immer wieder, warum unsere Gesellschaft immer noch so stark an Rollenbildern festhält. Warum machen hauptsächlich Frauen einen Beruf, der schlecht bezahlt wird, körperlich anstrengend und psychisch belastend ist und bekommen dafür nicht einmal den Respekt unserer Gesellschaft?

Der Pflegeberuf ist in weiblicher Hand, zumindest an vorderster Front. Wie in anderen Berufsgruppen auch, finden wir gerade in der Pflege ein klassisches Rollenschema, das unsere Gesellschaft scheinbar nur langsam aufgeben möchte. Laut Ergebnissen der Pflegestatistik beträgt der Frauenanteil in ambulanten Pflegediensten rund 88 Prozent, in Pflegeheimen rund 85 Prozent.

Doch dieses Rollenschema in der Pflege findet sich nicht nur in den Pflegeberufen. Auch in der häuslichen Pflege sind es überwiegend Frauen, die sich um Eltern oder Partner kümmern. Diese Rollenverteilung beginnt aber nicht erst im Alter. Sind die Kinder noch klein, ist es höchstwahrscheinlich die Frau, die sich beruflich zurücknimmt, um sich zu kümmern.

Eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der R+V Versicherung hat im Jahr 2013 ergeben, dass rund 6 Millionen Menschen in Deutschland ihre Angehörigen zuhause pflegen. Zwei Drittel der Pflegenden sind Frauen. Dabei fühlen sich fast 70 Prozent der Frauen mit dieser Aufgabe stark bis sehr stark psychisch belastet. Knapp 50 Prozent spüren sich stark oder sehr stark körperlich belastet.

Die Pflege der Angehörigen nimmt dabei einen Großteil des Lebens ein, so dass die Ausübung des Berufs kaum mehr möglich ist. Daraus resultierend machen sich viele Frauen nicht nur Sorgen, der Belastung psychisch wie physisch nicht mehr standhalten zu können, sondern auch um die finanzielle Zukunft – vor allem, wenn man selbst zum Pflegefall wird.

Pflege auf Hartz-IV-Niveau
Durch geringere Bezahlung, geringeres Erwerbseinkommen und berufliche Einschränkung durch die Pflege der Kinder und später auch der Eltern oder des Partners, zahlen Frauen durchschnittlich weniger in die Renten- und Pflegeversicherung ein. Auf der anderen Seite leben Frauen im Durchschnitt fünf Jahre länger als Männer und werden selbst pflegebedürftig, so dass ein Pflegeheim an dieser Stelle ein Muss wird.

Der Pflegereport der Barmer GEK geht aufgrund dieser Tatsachen davon aus, dass Frauen durchschnittlich 45.000 Euro Eigenkapital – zusätzlich zur Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung – aufbringen müssen, um im Fall des Falles eine angemessene Pflegeleistung zu erhalten. Wer zum Pflegefall wird und kein verwertbares Vermögen oder Unterhaltsanspruch an Partner oder Kinder hat, gerät zwangsläufig in die „Pflegefalle“ und wird zum Sozialfall.

Neue Rahmenbedingungen für häusliche Pflege und Erwerbstätigkeit

In der Politik wird derzeit nur über die Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit diskutiert. Was hierbei aber vergessen wird, ist, dass sich die Situation im Alter kaum ändert, wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird. In einer alternden Gesellschaft müssen also nicht nur für junge Familien neue Rahmenbedingungen und Perspektiven geschaffen werden, sondern auch für die ältere Generation.

Das größte Problem ist hier leider immer noch, dass es unserer Gesellschaft an Wertschätzung für die Pflege mangelt – sowohl im häuslichen Bereich als auch im Berufsleben. Wenn das Umdenken unserer Gesellschaft hier nicht schneller stattfindet, nutzt letztlich auch alles diskutieren nicht.

An dieser Stelle soll aber auch gesagt sein, dass der Respekt für die tägliche Arbeit in der Pflege allen hier Tätigen gilt – Frauen wie Männern!

12May/14

12. Mai: Internationaler Tag der Pflege

Der Internationale Tag der Pflege würdigt jedes Jahr am 12. Mai die Leistungen und das Engagement von Pflegekräften und pflegenden Angehörigen. Mit diesem Tag soll all jenen Menschen gedankt werden, die täglich rund um die Uhr eine fordernde und verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen.

Seit 1967 wird in Deutschland jedes Jahr am 12. Mai all jenen Menschen gedankt, die sich täglich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Privathaushalten als professionelle Pflegekräfte oder als Angehörige um das Wohlergehen und die Bedürfnisse Pflegebedürftiger kümmern.

Der „Tag der Pflege“ (auch: „Tag der Krankenpflege“ oder „International Nurses Day“) findet am Geburtstag der englischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820 - 1910) statt. Nightingale gilt als Vorreiterin im Bereich der modernen Krankenpflege und genießt besondere Verehrung wegen ihrer Leistungen während des Krimkriegs (1853 - 1856). In die englische Geschichte geht sie als Lady with the Lamp, die Dame mit der Lampe ein, da sie ihre Patienten im Lazarett mit einer Petroleumlampe in der Hand besuchte.

Statt der einen Dame mit der Lampe soll der Internationale Tag der Pflege allen danken, die sich um Tag für Tag, Jahr für Jahr um Pflegebedürftige kümmern und diese fordernde Aufgabe mit viel Engagement und Kraft übernehmen.

Zu wenige Pflegekräfte – zu viele Pflegebedürftige
Laut Statistischem Bundesamt waren 2012 bereits 2,54 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig – 2030 soll die Anzahl der Patienten auf etwa 3,4 Millionen steigen. Gleichzeitig fehlen derzeit bereits über 30.000 Pflegekräfte, um allen Pflegebedürftigen die angemessene Aufmerksamkeit und Betreuung zukommen zu lassen.

Aufgrund der Unzulänglichkeiten in der Pflege und den teilweise schwierigen Arbeitsbedingungen finden am heutigen Tag der Pflege in ganz Deutschland Protestmärsche und Demonstrationen statt, die auf die Arbeitsbedingungen weiter aufmerksam machen sollen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat Verbesserungen angekündigt. Bereits Ende des Jahres soll die angestrebte Pflegereform umgesetzt werden. Zunächst sollen so etwa 20.000 Menschen als Angestellte neu in der Pflege beschäftigt werden. Dazu sollen die Rahmenbedingungen in der Ausbildung verbessert werden und mehr Geld zur Verfügung gestellt werden.

Zusätzlich sollen die Pflegestufen neu definiert werden, so dass Personen, die an Demenz erkrankt sind oder an anderen geistigen Erkrankungen leiden keinen Nachteil gegenüber Personen mit körperlichen Gebrechen haben.

Was haltet ihr von der Pflegereform? Glaubt ihr daran, dass sich etwas ändern kann und wird? Oder habt ihr die Hoffnung schon aufgegeben?

11Apr/14

AFi-KiDS – Kindern erklären, was Alzheimer ist

Plötzlich ist Oma ein wenig schusselig, lässt hier und da mal etwas fallen und vergisst die einfachsten Dinge – nach einiger Zeit sogar den Namen ihrer kleinen Enkel. Die verstehen natürlich die Welt nicht mehr und können kaum nachvollziehen, was mit ihrer Oma geschieht. Doch wie erklärt man seinen Kindern einfach, schnell und verständlich, dass die Oma Alzheimer hat und leider nicht mehr gesund wird? Dieser Aufgabe widmet sich das Portal www.AFi-KiDS.de, das der Pflegeblogger euch heute vorstellen möchte.

Alzheimer ist eine Krankheit, deren Hintergrund, Krankheitsverlauf und Symptome auch für Erwachsene oft nicht leicht zu verstehen ist. Doch wenn selbst wir oft nicht in Worte fassen können, was diese Krankheit mit einem Menschen macht, wie soll dann ein Kind verstehen, was Alzheimer ist?

Genau dieser Aufgabe widmet sich die Webseite www.AFi-KiDS.de. Hinter diesem Projekt steht die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI), die bereits seit 1995 im Bereich Alzheimer-Forschung tätig ist und über die Krankheit aufklärt. Um auch Kindern einfach und ansprechend zu erklären, was es mit der mysteriösen Vergesslichkeit ihrer älteren Familienmitglieder auf sich hat, erklärt die Webseite der AFi-KiDS Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren im Comicstil Alzheimer und seine Tücken. Dabei setzt die AFI auf bunte Bilder und die beiden Hauptcharaktere Max und Katja mit Hund Bruno, deren Oma ebenfalls an Alzheimer erkrankt ist. Gemeinsam entdecken sie, wie das Gehirn funktioniert, wie man überhaupt lernt und was genau bei Alzheimer passiert.

Mittels Videos erfahren Kinder viele wichtige Details der Krankheit, lernen Verständnis für Oma und Opa und deren Erkrankung zu entwickeln und lernen darüber hinaus viel Neues rund um das Gehirn und seine Funktionsweise.

Zusätzlich lädt die Seite zum interaktiven Mitmachen ein. Jedes Kind hat die Möglichkeit, eigene Beiträge, z.B. Bilder, an das Portal zu schicken, die dann dort veröffentlicht werden. Damit bietet sich vielen Kindern die Chance, ihren Gefühlen und eigenen Erfahrungen mit der Alzheimer-Krankheit auf ihre eigene Weise Ausdruck zu verleihen und diese mit anderen Kindern zu teilen – natürlich alles mit vorheriger Erlaubnis der Eltern.

In der Tippecke gibt es monatlich einen neuen Basteltipp zum nachbasteln, der immer auch als Download bereit steht. Wer mag, kann sich auch Inspirationen für gemeinsame Spielenachmittage mit den Großeltern holen. Hier findet man z.B. Liedtexte, Spielanleitungen oder auch kleine Tipps und Tricks, die jeden Spaziergang zu einem Abenteuer werden lassen.

Insgesamt ist die Seite recht bunt gestaltet, aber durchaus ansprechend. Die Navigation ist denkbar einfach und übersichtlich, so dass Kinder sich hier schnell und einfach zurechtfinden und viel Neues lernen können. Die Krankheit Alzheimer wird einfach und verständlich erklärt und durch die Comichelden, die dasselbe Schicksal wie die kleinen Leser teilen, entsteht schnell eine Art Gemeinschaftsgefühl.

Aber auch für Erwachsene ist die Seite durchaus informativ. Die Bastelanleitungen und Tipps aus der Kategorie „Gemeinsam erleben“ können genauso gut für jeden normalen Familiennachmittag genutzt werden.

10Apr/14

Kurzzeitpflege im Altenheim – von den Kindern zur Goldhochzeit geschenkt!

Beispiel für die Vernetzung von häuslicher und stationärer Pflege

Greetsiel (Ostfriesland) - Reinhold T. aus der Gemeinde Schlangen (Kreis Lippe / NRW) hat seine Frau jahrelang zu Hause gepflegt. Anlässlich der Goldhochzeit des Ehepaares kommen die Kinder auf eine ungewöhnliche Idee: Wir schenken unseren Eltern eine "Vitalisierende Kurzzeitpflege" an der Nordsee. Die beiden machen sich auf den Weg ins "schönste Fischerdorf Deutschlands" zum Altenpflegeheim "Unterm Regenbogen". Der Name passt zum geplanten "Goldflittern". Aber nicht nur der Name passt.

Das romantische Fischerdorf Greetsiel, die Herzlichkeit der Pflegerinnen und Pfleger, die wohltuenden Anwendungen und Massagen und nicht zuletzt das gelungene Zusammenwirken von Betreuung und Pflege tun den Goldhochzeitern nach eigener Aussage gut. Von einem Filmemacher angesprochen, berichtet Reinhold T.: "Ich pflege meine Frau zu Hause. Damit bin ich ja tagsüber eingespannt. Und damit ich auch mal etwas Erholung bekomme, aus dem Grunde haben mir meine Kinder gesagt: Los, jetzt geht Mama mal in ein Pflegeheim für `ne Zeit und dann kannst Du Dich auch mal daneben setzen und nichts machen, Du kannst Dich mal wieder ein bißchen erholen."

Kurzzeitpflege gibt neuen Antrieb für die Pflege zu Hause.
Kurzzeitpflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden in Deutschland zu Hause gepflegt. Zur Unterstützung dieser hohen Pflegebereitschaft plant die Bundesregierung aktuell zur Entlastung der pflegenden Angehörigen eine Anhebung der Kostenerstattung für Kurzzeitpflege im Altenheim durch die Pflegekassen. Dass dies ein guter Ansatz ist, zeigt die obige Geschichte.

Eine Kurzzeitpflege kann darüber hinaus erforderlich werden, wenn ein alleinstehender Mensch nach einem Krankenhausaufenthalt weiterer Hilfe bedarf und nicht kräftig genug ist, sich um sich selbst zu kümmern. Außerdem kann eine Nachsorge nach Operationen oder schweren Krankheiten notwendig sein, welche nur von fachlich geschultem Pflegepersonal zu bewältigen ist. Da Pflegebedürftigkeit grundsätzlich "anstrengend" ist, ist es auch "normal", dass Pflegebedürftige wie Angehörige irgendwann erschöpft sind. Die Pflegebedürftigkeit steigt oft kurzfristig stark an. Die geziehlte Betreuung durch ausgebildete Fachkräfte, eingebettet in das Ensemble der technischen und räumlichen Möglichkeiten einer Einrichtung tut dann gut - unabhängig davon, ob der pflegende Angehörige Urlaub in der Nähe des Pflegeheimes macht, oder zu Hause zur Ruhe kommt. Beide Seiten gewinnen Abstand und können neu "auftanken".

Die Kombination von durch die Pflegekasse bezahlter Kurzzeitpflege mit eigenfinanziertem Urlaub für den pflegenden Angehörigen wird deshalb von immer mehr Betroffenen genutzt. Weitere Informationen zur Kurzzeitpflege im Altenheim.

Vitalisierende Kurzzeitpflege in Greetsiel.
Das Altenheim "Unterm Regenbogen" in Greetsiel geht mit seinem Angebot einer "Vitalisierenden Kurzzeitpflege" noch einen Schritt weiter. Zentrale Idee des Projektes ist es, dass hilfe- und pflegebedürftige Menschen durch die Verbindung von fachlich guter Pflege und Kneipp - Therapie, einschließlich ärztlich begleiteter physiotherapeutischer Anwendungen, in Mut machender Atmosphäre während eines Kurzzeitpflege-Aufenthaltes versorgt und betreut werden. "Dadurch erleben die Pflegebedürftigen einen positiven Schub", so Harald Steindorf, Geschäftsführer der Steindorf - Gruppe und Heimleiter in Greetsiel. Das erklärte Ziel der aufeinander abgestimmten Maßnahmen ist es, dass die pflegbdürftigen Gäste trotz ihrer Beeinträchtigungen "gesünder" nach Hause entlassen werden können, als sie gekommen sind.

"Mit diesem Konzept haben wir," so erläutert Steindorf, "insbesondere bei längerem Aufenthalt in der Regel gute Erfolge. Für beide Seiten ist es nach unserer Erfahrung positiv, dass die Angehörigen während des Kurzzeitpflege-Aufenthaltes ihrer Lieben von der zermürbenden täglichen Verantwortung entlastet werden." Roland T. sagt dazu: "Das ist ungewöhnlich. Die meisten Häuser bieten sowas nicht an. Ich kann meine Frau hier abgeben, wann ich will. Ich kann los gehen - und meine Frau wird hier versorgt."

28Mar/14

Kostenlose Pflegehilfsmittel für die Pflege zuhause

Nutzt ihr euren Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel? Oder wisst ihr vielleicht gar nicht, dass es einen solchen Anspruch überhaupt gibt? Für die Pflege zuhause hat der Gesetzgeber einen Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch festgeschrieben (§40 SGB 11).

Menschen, die eine Pflegestufe (1, 2 oder 3) haben und zuhause gepflegt werden, können bei Ihrer Pflegekasse einen Antrag auf die Erstattung von Pflegehilfsmitteln im Wert von 31 € pro Monat stellen. Auch Menschen mit eingeschränkter Alltagstauglichkeit, sog. Pflegestufe 0 (z.B. Demenzkranke), haben diesen gesetzlichen Anspruch.

Erstattungsfähig sind dabei folgende Produkte:

  • Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch
  • Einmalhandschuhe
  • Flächendesinfektion
  • Schutzschürzen
  • Mundschutz
  • Wiederverwendbare Bettschutzeinlagen

Pflegebedürftige Menschen besitzen häufig eine geschwächte Immunabwehr und benötigen besondere Maßnahmen im Hinblick auf Hygiene und Schutz vor Infektionen. Die Kostenübernahme soll daher eine professionelle und allem voran eine sichere Pflege im häuslichen Umfeld ermöglichen.

Umständliche Antragsstellung schreckt ab
Leider nutzt nur ein sehr geringer Teil der Berechtigten den Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und verzichtet damit auf eine finanzielle Entlastung von bis zu 372 € pro Jahr. Grund dafür ist neben Unkenntnis über den Anspruch an sich, die Scheu vor der aufwendigen Antragstellung bei der Pflegekasse. Hat man den bürokratischen Aufwand der Antragsstellung doch überwunden, müssen dann die monatlichen Ausgaben für die Produkte jedes Mal bei der Kasse eingereicht werden und auf deren Rückerstattung gewartet werden. Man tritt also immer in Vorleistung.

Hilfe bei der Antragsstellung durch neue Serviceanbieter
Seit Kurzem gibt es eine Handvoll Firmen, die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen die gesamte Arbeit hinsichtlich der Antragstellung und Genehmigung abnehmen.
Ganz automatisch erhält man so jeden Monat einen Karton mit passenden Pflegehilfsmitteln im Wert von 31 €. Die Kosten dafür rechnen die Firmen direkt mit der Pflegekasse ab, so dass der Antragssteller nicht mehr in Vorleistung gehen muss. Alle Produkte erhält man völlig kostenfrei.

Um die Produktauswahl an die individuellen Bedürfnisse der Pflegebedürftigen anzupassen, bieten alle Firmen verschiedene Boxkombinationen mit unterschiedlichen Pflegehilfsmitteln an, die jeweils die Grenze von 31 € im Monat nicht überschreiten und somit zuzahlungsfrei sind. Die Qualität der Produkte ist gut und man erhält mehr „Produkt“ als beim Einzelkauf der Hilfsmittel in der Apotheke oder im Sanitätshaus.

Unsere Empfehlung: Nutzt das Angebot dieser Anbieter!
An dieser Stelle möchte der Pflegeblogger ein aus meiner Sicht gutes Angebot vorstellen: Das Unternehmen CariBox aus Berlin, das deutschlandweit tätig ist. Hier erhält man ausnahmslos Markenprodukte und als einziges Unternehmen bietet die CariBox eine vollständig flexible Lösung an, d.h. Pflegebedürftige können sich den Karton mit Pflegehilfsmitteln frei zusammenstellen und sind nicht an verschiedene Kombinationen gebunden. Auf www.caribox.de findet ihr weitere Informationen und den Antrag für die Anforderung der kostenlosen Pflegehilfsmittel. Telefonische Beratung gibt es natürlich auch, und zwar unter: 030 – 120 749 240

17Mar/14

Manipulation in der Grauzone

Demenzkranke verlieren nicht automatisch das Wahlrecht

Ältere Menschen sind bei Wahlen von entscheidender Bedeutung. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr stellten die Über-60jährigen etwa ein Drittel aller Wahlberechtigten. Auch wenn sie zum Pflegefall werden oder an Demenz leiden, dürfen ältere Menschen abstimmen. Theoretisch. Im Alltag bleibt davon oft nicht viel übrig.

Es ist eine Grauzone im System. 62 Millionen Wahlberechtigte können Ende Mai ihre Stimme bei der Europawahl abgeben. Etwa jeder 60. von ihnen leidet an einer Demenzerkrankung wie Morbus Alzheimer. Ein Anteil, der wächst. Weil die Menschen immer älter werden, rechnen Mediziner damit, dass sich Leiden wie Alzheimer zur Volkskrankheit auswachsen. Eine Krankheit, die jeden treffen kann. „Ich appelliere an alle, sich so früh wie möglich um eine Vorsorgevollmacht zu kümmern“, sagt Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer-Gesellschaft Baden-Württemberg. Denn nur mit einer solchen Vorsorgevollmacht sichern sich demente Menschen ihr Wahlrecht. So steht es im deutschen Wahlrecht – verbunden mit Widersprüchen. Nehmen wir eine alte Frau, die rechtzeitig vor ihrer schweren Demenz eine Vorsorgevollmacht für eine Person ihres Vertrauens erstellt hat. Diese alte Frau bleibt wahlberechtigt. Nehmen wir einen alten Mann, ebenfalls an schwerer Demenz erkrankt. Er hat es versäumt, eine Vorsorgevollmacht auszustellen. Dieser Mann kann vom Wahlrecht ausgeschlossen werden. Denn laut Gesetz verliert derjenige das Wahlrecht, „für den zur Besorgung aller seiner Angelegenheiten ein Betreuer bestellt ist“.

Wer entscheidet also, ob Demenzkranke wählen dürfen? Und wie lässt sich ein Missbrauch ihrer Wahlunterlagen verhindern? Mit diesen und anderen heiklen Fragen müssen sich Angehörige, Pfleger und Betreuer immer wieder auseinandersetzen. „Einer Wahlmanipulation ist hier Tür und Tor geöffnet“, sagt Sylvia Kern von der Alzheimer Gesellschaft. „Das Pflegepersonal hat diese Problematik immer im Blick“, betont hingegen Eva-Maria Bolay, Pressesprecherin beim Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Verband betreibt 22 Alten- und Pflegeheime mit etwa 2000 Pflegeplätzen. Die Gefahr der Wahlmanipulation sei unter dem Dach einer Pflegeeinrichtung am geringsten, so Bolay. Eine Einschätzung, die Klaus Ziegler teilt. Zusammen mit seiner Frau Rosemarie Amos-Ziegler leitet er die Wohngemeinschaft für Senioren in Filderstadt bei Stuttgart. 134 ältere Menschen stehen unter ihrer Verantwortung, 65 leben alleine und lassen sich vom ambulanten Pflegedienst versorgen. Viele der Pflegebedürftigen würden überhaupt nicht mehr wählen, sagt Klaus Ziegler. Sie hätten das Interesse an Politik verloren. Trotzdem erhielten sie jede Menge Infos über das tägliche politische Geschehen, ergänzt Rosemarie Amos-Ziegler: „In unseren regelmäßigen Treffen lesen die Betreuer aus der Zeitung vor, und es wird viel diskutiert.“ Sie hat beobachtet: Wer als junger Mensch politisch interessiert und engagiert gewesen sei, der wähle auch noch im hohen Alter.

Dass die Wahlunterlagen von dementen Menschen regelmäßig manipuliert werden – dafür gibt es keine Beweise. Fest steht, dass der Bundesverband der Berufsbetreuer seit langem eine Debatte zum Thema Demenz und Wahlen fordert. Denn die Zahl der Demenzkranken könnte bis zum Jahr 2050 auf vier Millionen steigen. Das entspräche einem Anteil von fünf Prozent der Wahlberechtigten. Theoretisch könnten die Demenzkranken dann eine eigene Partei in den Bundestag wählen.

Autor: Hilmar Pfister

15Mar/14

Entspannt informiert auf dem Info-Tag Naturheilkunde

Wenn die Schulmedizin nicht weiter weiß, steigt das Interesse an alternativen Behandlungsmethoden. Vor allem bei Stress und seinen Folgen suchen heute immer mehr Deutsche den Rat von Heilpraktikern oder Kinesiologen. Unterstützung und Information bot daher auch der zweite Info-Tag Naturheilkunde, den Ausrichter, Aussteller und auch Besucher als vollen Erfolg werten.

Stress macht krank. Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Nervosität sind nur die direkte Folge anhaltender Belastung. Nistet sich Stress dauerhaft im Alltag ein, steigt die Gefahr für Depressionen, Hörsturz oder einen Tinnitus. Zudem leidet die Ernährung, oft bewegen wir uns weniger. Die Folgen: Gewichtszunahme, schwindende Muskelmasse. Langfristig kann all das zu ernsthaften Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck führen. Damit steigt dann auch das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder die Entstehung bösartiger Tumoren.

Gut informiert – auf dem Info-Tag Naturheilkunde
Die Auswirkungen von Dauerstress auf den Körper sind schon seit geraumer Zeit bekannt. Doch Abhilfe kann die Schulmedizin bislang nicht bieten. Aus diesem Grund sehnen sich immer mehr Deutsche nach Entschleunigung und Entspannung und suchen vermehrt Rat in alternativen Behandlungsmethoden.

Den fanden sie auf dem zweiten Info-Tag "Naturheilkunde – natur-lich, gesund & Wellness", der am 2. Februar in Frankenberg stattfand. Insgesamt war die Gesundheitsmesse ein voller Erfolg – auch dank des schönen Wetters, das zahlreiche Besucher bei ihrem Spaziergang anlockte. Die Frankenberger Ederberglandhalle war gut gefüllt, mehr als 1000 Besucher informierten sich bei den insgesamt 43 Anbietern über Themen rund um Entschleunigung, Wohlbefinden und Entspannung.

Alternative Methoden anschaulich erklärt
Umfangreich war vor allem die Liste der Aussteller des Info-Tages, die hier ihre Informationen und Dienstleistungen darstellten. Zahlreiche Masseure, Heilpraktiker, Kinesiologen und Präventologen klärten über ihre Arbeit auf und erläuterten die Schwerpunkte ihrer Heilansätze sowohl theoretisch als auch praktisch. Die vorgestellten Therapiemethoden reichten von Homöopathie über Yoga, Atemarbeit und Reflexzonenmassagen bis hin zu spirituellen Ansätzen wie Schamanismus oder systemischen Aufstellungen.

Auch auf dem Basar war das Gedränge groß. Zahlreiche Verkäufer boten ihre Waren feil. Von Büchern, CDs und DVDs über Edelsteine und Naturkosmetik bis hin zu Dekoartikeln und Salzlampen war alles vertreten, was Körper und Geist zur Entspannung in unserem hektischen Alltag benötigen. Ein langer, aber doch entspannter Tag mit vielfältigen Informationen und neuen Denkanstößen.