Mein Vater ist unser Vater
Gestern hatte ich einer "lustigen" Unterhaltung zugehört. Es unterhielten sich zwei demenziell erkrankte Klienten über Ihre Väter.
Die eine sagte aus heiterem Himmel (einfach so ohne irgendwelchen Reaktionen etc.) "Mein Vater ist mein Vater". Daraufhin schaute die Klientin gegenüber den anderen scharf an und rief "Du lügst - Mein Vater ist mein Vater - Meiner ganz alleine". Daraufhin die andere: "Nein, mein Vater ist mein Vater".
Das ging dann eine gewisse Zeit so. Nach ca. 10 Minuten meinte die zweite "Lass das doch, mein Vater ist unser Vater" und beide waren glücklich
Man hätte dies echt mal aufnehmen müssen..
Bequeme Arbeitskleidung
Am Dienstag habe ich mich spontan dazu entschieden, mir "Arbeitskleidung" zuzulegen, allerdings nicht im "herkömmlichen" sinne (steif und glatt), sondern etwas "lockerer". Einen "Kapuzenpullover" in weiß mit roter Aufschrift:

Der Pullover ist etwas groß ausgefallen (ja, zusätzlich bin ich auch nicht der dünnste)
Jetzt überlege ich nur, ob ich komplett in weiß arbeiten soll, oder in s/w (Pullover in schwarz mit weißer Schrift + Logo und weiße Hose).. Mal sehen. Was meint ihr denn ? Komplett in weiß wirkt immer so "steril" und verklemmt
. Dass ich jetzt nicht mit neuen Diesel Jeans zur Arbeit kommen kann, ist klar, aber ein wenig leger sollte es schon sein, oder?
Man entschuldige mit dir schlechte Bildqualität..
Glückwunsch Herr "Kollege".
Auch wenn nur ein "weit entfernter" Kollege aus dem Gesundheitswesen. Zwischen dem Pfleger und dem Doktor sind doch ein paar "Zwischenqualifikationen" (eine tolle Wortschöpfung) dabei. Um es auf deutsch zu sagen, viele Ärzte mögen es nicht von "uns" Pflegern als Kollege erwähnt zu werden bzw. im Team "geduzt" zu werden
Das Monsterdoc-Weblog ist am 26. Oktober 1 Jahr (alt) geworden - Alles gute nachträglich und viele viele weitere so tolle Berichte wie bisher. Mehr Musik wäre auch nicht schlecht
Frust – Ohne Worte!
Ja, ja - auch Frust gehört zum Pflegeberuf. Heute war er ganz besonders groß!
Heute war das arbeiten nicht gerade sehr amüsant, Komplikationen treten hin und wieder mal auf im Pflegealltag, auch haben wir als Pflegepersonal mal gute und schlechte Tage, aber das was heute abging war alles andere als schön.. Es sollten heute 2 Klienten geduscht werden, was im Normalfall auch gar kein Problem ist!
In der heutigen Schicht war ich mit 2 Fachkräften tätig, welche lt. Kollegen Ihren Triumph gerne einmal auskosten, so kam es auch dazu, dass mir heute keiner unter die Arme gegriffen hat, obwohl ich die "schwierigste / Zeitintensivste" Runde hatte.. Ich will jetzt nicht sagen, dass meine "Kolleginnen" nichts getan haben, jedoch hat mich ein Zwischenfall fast zum kochen gebracht. Ich bat das Fachpersonal, "meiner" Pflegeempfängerin das Insulin zu spritzen, da ich dies nach meiner Qualifikation "offiziell" nicht darf, obwohl ich dieses in meiner Ausbildung mehr als einmal gelernt habe und ausführen durfte..
Als ich die Kollegin fragte, kam Sie mir mit einer Klientin im Rollstuhl entgegen, welche sie gerade in den Tagesraum bringen wollte. Es war für mich selbstverständlich, dass ich im Gegensatz dazu, dass sie meine (im Rollstuhl wartende) Klientin spritzt, ihre Klientin in den Tagesraum zu fahren. Als ich zur Station zurück ging, sah ich Sie mit der anderen Kollegin reden. Meine Klientin, welche schon fertig war, wartete und nur noch die Insulin-Spritze benötigte hat sie im Zimmer stehen gelassen, obwohl sie 100%ig wusste, dass diese auch zum Frühstück musste...
Ein weitere Punkt: Wie kann man Pflegeempfänger auf die Toilette setzen, ohne dem Kollegen Bescheid zu sagen bzw. zu fragen ob der oder die diesen (nach dem erledigten Geschäft auf der Toilette) herunternimmt. So saß ein Bewohner mindestens 25 Minuten auf dem "Pott" Zeitgleich regen sich diese Leute dann darüber auf, dass man diese Leute nicht gleich z.B. in die Mittagsstunde (ins Bett) bringt. Ich frage mich nur, wie das gehen soll, wenn man nicht weiß, dass Herr oder Frau XY auf der Toilette sitzt.. Ebenso regen sich solche Kollegen auf, dass irgendein Kollege irgendeine Kleinigkeit vergessen hat wie z.B. ein Handtuch in die Wäsche zu bringen und melden dies gleich der Pflegedienstleitung.. Selber machen sie jedoch die gleichen Fehler! Ich weiß nicht wo das Problem ist, dass wenn man irgendwo ein Handtuch o.ä. liegen sieht, es nimmt und in die Wäsche wirft ohne gleich großes Theater zu machen...
Solche Kollegen machen das gute Klima und die Lust an der Pflege echt kaputt.. Nein, sie ruinieren es gänzlich! Freiberufler hin oder her.. Genug Frust abgelassen
Erste-Hilfe Kurs
Heute und Donnerstag muss ich jeweils von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr an einem neuen Erste-Hilfe Kurs teilnehmen, da diese jeweils nur für ca. 2 Jahre gültig sind. Morgen darf ich dann trotzdem um 4:30 Uhr aus dem Bett, da ich diese und nächste Woche jeweils Frühschicht habe, ebenso am kommenden Wochenende. Jetzt schon 3 Wochen durchgehend im Frühdienst gearbeitet
So langsam merke ich die Müdigkeit - und sie wird immer größer!
Nachtrag: 20:50 Uhr
Der Erste-Hilfe Kurs ist für diese Woche abgesagt worden. Dann gehe ich jetzt früher ins Bett und am Donnerstag stattdessen zur Fahrschule
Ich weiß von nichts!
Heute morgen sollte ich mit einer Bewohnerin mittels Krankentransport ins Krankenhaus fahren - Ich hatte weder Ahnung was los war oder ist, noch habe ich ausreichende Informationen bekommen, außer ein
"Der Krankentransport ist da, im Stationszimmer liegen alle Papiere - Die Leute wissen Bescheid".
Ja, nee - kein Problem! Gehören die Informationen nicht zur Begleitperson der Klientin ? Denn als wir bei der Ambulanz ankamen, habe ich nur flüchtig erfahren, dass die Pflegeempfängerin geröntgt werden sollte, da diese irgendwo irgendwelche Schmerzen hätte... Jetzt standen 3 Personen in der Ambulanz: Eine planlose Pflegekraft (ich), 2 Krankenpfleger und eine verwirrte Ärztin.
Alles in allem haben wir es dennoch gut gemeistert. Die Bewohnerin hat verkürzte Bandscheiben, oder wie die Ärztin sagte "Ein normaler menschlicher Verschleiß"
Linux im Büro
Wie einige es vielleicht schon (öfters) gelesen haben, benutze ich im Büro (und auf allen meinen anderen Computern) das Ubuntu Linux. Bei dem Regen-Wetter heute passt es förmlich, das neue Ubuntu Linux 9.10 auf mein Netbook und den Desktops zu installieren. Der erste Desktop-Rechner ist fertig, mein Netbook ist in ca. 5 Minuten fertig und der zweite Desktop wird wohl auch gleich folgen, in der Hoffnung dass alles wie unter der 9.04er Version funktionieren wird.. Bisher keine Probleme!
Besitzergreifend ?!
Zugegeben, es mag für einen Auftraggeber nicht schön sein, wenn er erfährt, dass man nicht zum eingeteilten Dienst kommen kann, dafür muss man aber nicht Besitzergreifend sein..
Auf Grund eines familiären Notfalls musste ich heute morgen um ca. 4:20 Uhr meinen eingeteilten Dienst eines Auftraggebers "Stornieren". Zugegeben, für mich ist das auch nicht gerade schön, seine Nacht so früh zu beenden, wenn man erst Spät ins Bett kommt. Das man sich dann aber folgendes am Telefon (eben gerade) anhören muss schlägt mir leicht auf den Magen:
"So lange es nur ein familiärer Fall war ist dies in Ordnung, wäre es aber für eine andere Einrichtung gewesen, würde das so nicht mehr gehen Martin."
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich meinem Gegenüber das "du" angeboten hatte, auch wenn ich es getan hätte, ist es hier ein klein wenig unpassend, vor allem in einem solchen Tonfall wie gerade eben am Telefon! Ich bin schließlich keine fest eingestellte Arbeitskraft des Hauses sondern "freiberuflich" unterwegs und nicht deren Eigentum
Dienstnachweise + Einsatzplanungen
Yeah - Ich habs geschafft, die ersten größeren Aufträge sind im Anmarsch, diesbezüglich habe ich heute Vorlagen für zukünftige Dienstnachweise und Einsatzplanungen erstellt.Hinzu kommt noch ein Beschwerdemanagement und mal sehen was noch alles.. Erst einmal Gedanken machen, wie man so was alles aufbauen soll etc.
So langsam füllt sich mein Arbeits-Ordner.
Ich benötige dringend noch ein paar mehr Ordner
Wenn das Taschentuch..
..zur Leberwurst wird!
So lautete der Titel meiner letzten Fortbildung zum Thema "Demenz".
Schon viele haben sich bzgl. diesen Titels gut amüsieren können und wünschten eine Erklärung von mir. Ich sagte dann: Für viele Demenzerkrankte Pflegeempfänger sind (für uns normale) Gegenstände etwas ganz anderes, als es eigentlich ist. Das mag etwas kompliziert klingen. Nehmen wir als Beispiel ein ganz normales "Taschentuch".
In der Welt demenziell-erkrankter Menschen kann ein simples und für uns "ganz normales" Taschentuch viel mehr sein als ein Taschentuch. So sehen manche darin eine Kopfbedeckung, einen Telefonhörer oder eben eine "handelsübliche" Leberwurst, legen sich diese aufs Brot und beißen herzhaft ab.
Viele Pflegekräfte, Verwaltungsangestellte einer Pflegeeinrichtung belächeln diese Tatsache gerne und können sich im Traum nicht vorstellen was der Bewohner oder die Bewohnerin das macht. Gestern das passende Beispiel: Einer meiner Klienten trinkt zum Abendessen gerne eine Tasse Tee, da der gestrige Tee ein wenig zu wässrig war (Die Küche nahm zu wenig Teebeutel) nahm sich der Klient ein Taschentuch, wickelte sich dort ein Teil seines Abendessens ein, rollte dieses zusammen, "tunkte" dieses in die Tasse mit Tee hinein und ließ es dort drinnen verweilen.
Wozu das Taschentuch hier verwendet wurde, muss ich sicher nicht erläutern... Oder ? Es wurde als ein Teebeutel "umfunktioniert".
So betrachen demenz-erkrankte für uns "ganz normale" Gegenstände.. Ein ähnliches Phänomenen gibt es auch bei (spielenden) Kindern, wo ein Topdeckel zum Lenkrad eines Rennautos wird..




