Stoma-Ausbruch
Heute, ja genau HEUTE muss ich einmal meinen "Frust" rauslassen: Als es heute Nachmittag klingelte, meldete sich eine Bewohnerin durch die Gegensprächanlage, ich solle doch mal dringend zu ihr kommen (die Klingel wurde im Bad betätigt). Sofort machte ich mich auf den Weg zur Wohnung, klingelte, ging zur ihr ins Bad und da war es auch schon passiert... Den Stomabeutel, welchen die Klientin gerade wechseln wollte, viel ihr aus der Hand und gleichzeitig schossen gefühlte 2 Liter flüssiger Stuhlgang hinaus - Die Klientin konnte ja nichts dafür, aber neben dem Waschbecken, den Schränken und dem Fußboden erwischte auch mich der "Strahl" ...
Das Resultat: Ein voll beschmiertes Hemd mit "Kacke" - Flüssiger Kacke!
So etwas kommt nicht gerade oft vor, aber auch nicht all zu selten. Dennoch erhält für eine solche Eskapaden einen Mindestlohn von NUR 8,50 EUR. Meinst du, das würden Merkel und Co. für gut befinden ? Natürlich hatte ich nicht "gemeckert" - Es war ihr peinlich genug und naja, wie soll man sagen ? Es ist eine Art Berufsrisiko.. Dennoch würden unsere feinen Herrschaften solchen Dreck nicht wegmachen wollen, schon gar nicht wenn es einen Erwischt hat wie mich. Eine ähnliche situation hatte ich schon einmal, bei einer Bettlägerigen Klientin, welcher ich die Vorlage wechseln wollte. Auch diese hatte Druchfall gehabt. Als ich mit dem "falten" der Vorlage beschäftigt war, hatte ich schon ALLES auf meinem T-Shirt. Man gut ich habe daraus gelernt und nun ständig ein Reserve-Shirt dabei..
Hinweis: Ich erspare dir den Anblick des gesamten T-Shirts, daher habe ich nur die kleinste und "harmloseste" Ecke fotografiert. Warum soll man ein Blatt vor den Mund nehmen ? Es sind schließlich Tatsachen. Von wegen Altenpflege bzw. pflegen kann jeder
YouTube-Video: Leben mit einem Stoma
Einweisung ins das Krankenhaus und der übliche (neue) Wahnsinn auf Station
Nicht nur, dass wir seit kurzem den kompletten Küschen und Servicebereich mitmachen müssen und uns das "Stress" genug bereitet, nein: Heute musste noch eine Bewohnerin in das Krankenhaus eingewiesen werden. Dabei kam diese erst vor ca. 3 Tagen zu uns in die Kurzzeitpflege..
Dass man auf Grund einer solchen Akkutsituation nicht pünktlich bei den restlichen Klienten antreten kann um Tabletten zu verabreichen oder das Abendessen zu schmieren ist für uns Pflegekräfte wohl mehr als Verständlich - Für meine Klienten heute jedoch nur vereinzelnd. Es wurde lieber geschmipft, dass man ja 5 bis 10 Minuten später kam als sonst. Es wäre ja nicht mehr erträglich so laaaaaaange warten zu müssen und vor allem IMMER diese Ausreden vom Personal. Schlimm.. Schlimm.. Sollen sich diese doch beschweren, dann bekommen wir unsere eigentliche dritte Servicekraft wieder - Mir wäre dies (natürlich) sehr und mehr als recht!
Wollen Sie auch eine … Kirsche ?
Während meiner heutigen Spätschicht entstand zwischen zwei Bewohnerinnen mal wieder ein äußerst amüsanter Dialog, welchen ich euch nicht vorenthalten möchte... Hach, ich liebe solche Moment, aber liest selbst:
Frau A: (Hat eine Tüte Kirschen auf ihren Schoß und ist diese)
Frau B: (Ist eine hochdemente ältere Dame um die 90 Jahre)Frau B: (Sieht, dass Frau A Kirschen ist, dreht ihren Kopf zu Frau A und fragt): "Schmeckt es ihnen ?"
Frau A: Ja, danke - wollen Sie auch eine Kirsche haben ?
Frau B: Ach, wenn Sie schon so fragen, gerne!Frau A gibt Frau B eine Kirsche. Während Frau B die Kirsche in der Hand hält sagt sie folgendes vor sich her:
Frau B: Eigentlich mag ich gar keine Kischen - Egal, können ja die Hühner haben (Frau B nimmt die Kirsche und wirft diese hinter ihren Rollstuhl).
Der gesamte Dialog wiederholt sich genau 7 mal hintereinander. Exakt unverändert. Immer wieder gab Frau A der Frau B eine Kirsche, welche Frau B immer wieder hinter sich zu den "Hühnern" warf. (Natürlich waren dort KEINE Hühner hinter ihr).
Es war wirklich sehr lustig und ließ uns (meiner Kollegin und mir) für kurze Zeit den gesamten Strss während der Schicht vergessen. Frau A hat von uns natürlich neue Kirschen bekommen
Einsparungen – Live erlebt!
Ich hätte es nicht gedacht, aber auch bei "uns" wird jetzt eingespart. Vielleicht nicht so kräftig wie irgendwo anders, dennoch deutlich spürbar. Ab "sofort" müssen zwei Pflegekräfte die komplette Arbeit des Service- und Küchenbereiches mit erledigen. Es muss eingedeckt werden, Kaffee gekocht und ausgeteilt werden, Kuchen gesucht, geschnitten und ausgetilt werden, den Abwasch beseitigen, das Abendessen vorbereiten und servieren, Abend essen in die Wohnungen des betreuten Wohnens verteilt werden, die Wäschepflege durchgeführt werden und natürlich (was sich als Pflegekraft als üblich erweist): Die Pflege der Klienten.
Okay, das Abendessen wird von den Servicekräften grob vorbereitet und wir haben nicht all zu viele Bewohner, dennoch merkt man den Mehraufwand deutlich. Ich war gestern leicht irretiert. Vor allem, wenn man sich nicht wirklich in der Küche auskennt. Mein letzter "Service- und Küchendienst" war... im März (Zwei Fliegen mit einer Klappe), also gute 4 Monate her - Da hat sich eine Menge getan!
Asystolie – Ich bin Tod!
Keine Angst! Hinter dieser Überschrift versteckt sich nur ein "lustiger" Dialog einer (dementen) Klientin, welche im Rollstuhl sitzt und mir, als ich diese ins Bett bringen wollte / musste. In gleicher Zeit ertönte das lang anhaltende Piepen unserer Geschirrspülmaschine, welches sich ähnlich wie ein EKG anhört:
Ich: Frau X, hat das Abendessen geschmeckt ?
Klientin: Ja, danke..
Ich: Dann bringe ich sie in Ihr Zimmer, damit sie sich vor noch etwas frisch machen können, bevor sie schlafen gehen. Sie schlafen ja schon halb.Die Geschirrspülmaschine piept los, da der Waschgang beendet ist. (Das piepen geht so lange, bis man es abschaltet).
Klientin: Sie brauchen sich doch nicht die Mühe machen..
Ich: Na, warum das denn nicht ? Das ist doch gar kein Problem!
Klientin: Na, hören sie das denn nicht ?
Ich: Nein, ich weiß gerade nicht was sie meinen ?!
Klientin: Na, die Nulllinie - Ich bin Tod!
Ich: ... ... ...
Eine Asystolie beschreibt einen "Herzstillstand" bzw. das Anzeigen der Nulllinie (flatline) eines EKGs. [Wikipedia: Asystolie]
Betrunkene Bewohnerin
Da in unserer Pflegeeinrichtung, wie viele es ggf,. schon wissen auch betreutes Wohnen angeboten wird (72 Wohnungen) erlebt man auch auf diesem Gebiet so einiges.
Heute Abend, kurz vor Feierabend klingelten 3 Bewohner / Mieter der Wohnungen auf einmal. Meine Kollegin und ich waren zu recht verdutzt, denn alle 3 Klingeln wurden in einem und dem selben Flur getätigt, so dass ich dort gleich hin gegangen war und nach sah was da los ist (falls da was sein sollte - lieber einmal zu viel als zu wenig gucken).
Ger Grund war eine stark angetrunkene ältere Dame, welche von ihren "Einkäufen" wiederkam und sich im Flur verirrte. Das einzige was man nur hörte war: "Och Mennooooo - wo wohne ich denn noch gleich ? Überall sind alle Wohnungen schon besetzt, gibt es hier was umsonst ?" Ich begleitete sie auf ihre Wohnung, ins richtige Stockwerk. Sie meinte dann nur "Huii, danke junger Mann, wenn sie wollen können sie gerne bleiben und es sich auf dem Sofa gemütlich machen. Ich komme dann gleich dazu" - Dies lehnte ich dann doch lieber dankend ab
. Da mache ich mir es lieber in meiner schicken Wohnung gemütlich.
Angehörigenbesuch – Wie ausgewechselt
Sicher kennen das einige Pflegekräfte: Das Phänomen "Wenn Angehörige unangemeldet zu Besuch kommen, sind die zu betreuenden Pflegeempfänger oftmals wie ausgewechselt - Positiv oder Negativ".
Wie jeden Nachmittag, so lief ich auch gestern meine Runde ab, um die Klienten aus der Mittagsstunde heraus zu versorgen, um anschließend im Aufenthaltsraum gemütlich zu sitzen und Kaffee + Kuchen zu "ergattern". Während dieser Runde, haben wir vor kurzem eine ältere Dame dazubekommen. Der Arzt verordnete Mobilisation ohne Ende. Da diese Klienten an sich relativ Fit ist, ist dies auch kein Problem... Außer, dass sie nie wirklich Lust hat aufzustehen. Jeden Tag erfindet sie neue "Krankheiten" oder sagt, dass sie Müde sei, was auch der wahre Grund ist. Sie mag lieber etwas länger Schlafen, TV sehen und für sich alleine sein: Was auch alles KEIN Problem ist. Wir machten ab, dass sie zumindest für ein Stündchen in den Aufenthaltsraum kommen kann, um Kaffee und Kuchen zu erhalten, was uns bis dato auch sehr gut gelang.
Zurück zu gestern: Als ich in die Wohnung der Klientin kam, ihr auf die Toilette half und sagte, dass ich sie auf eine Tasse Kaffee abholen möchte, lehnte sie es ab: "Ich habe heute Nacht nicht so gut schlafen können, vielleicht bleibe ich lieber noch ein wenig liegen" - Gesagt getan!
Ca. 25 Minuten später kam die Enkelin, der Klientin an und wollte Ihre Oma besuchen. ICh begleitete sie in die Wohnung und schon gings los: Als die Klientin ihre Enkelin erblickte hieß es gleich:
Herr Pfleger, wieso liege ich denn noch immer im Bette ?
Es ist noch den ganzen Vor- und Nachmittag niemand hier gewesen!
Wie stellen sie sich das nur vor ? Der Arzt sagte doch, ich solle mich bewegen! [...]
Es war nicht sonderlich einfach, aus dieser Situation glimpflich davon zu kommen bzw. diese Situation richtig zustellen, dennoch versuchte ich es und erwähnte, dass ich vor ca. 25 Minuten bei ihr war. Zum Glück schenkte mir ihre Enkelin ein kurzes Lächeln und ihr Vertrauen..
Da ging die Hose kaputt.
Ein sehr unangenehmes arbeiten heute. Der Grund: Eine kaputte Hose.
Als ich heute Nachmittag einen meiner zu betreuenden Pflegeempfänger vom Bett in den Rollstuhl transferieren wollte, blieb ich am Rollstuhl (großer und schwerer Elektrorollstuhl) des Klienten hängen und hörten gemeinsam ein (relativ lautes) "raaatschhh" - Die Hose ist am Schritt gerissen.. Glaubt mir, das war und ist wirklich sehr sehr sehr peinlich, zumal man noch den ganzen Nachmittag zu arbeiten hat / hatte.. Man sah nicht viel, dennoch sah man einige "Fransen" meiner Jeanshose, vor allem wenn man hinter mir herging
Da fällt mir gerade ein: Hoffentlich war das nicht allzu sehr aufgefallen, wie eine Angehörige hinter mir herging, um ihre Mutter zu besuchen..
Pssst…! Ich schlafe doch!
Heute mal kurz und bündig. Ein "lustiger" Dialog mit einer Klientin, während der Versorgung nach der Mittagsstunde:
Ich: Hallo Frau XY, hatten sie eine gute Mittagsstunde ?
Klientin: Pssssst...! Ich schlafe doch! Hören sie das nicht ?
Ich: Sie haben doch die Augen auf ?!
Klientin: (machte schnell die Augen zu und fing an zu schnarchen)
Wir waren gut in der Zeit!
Nachdem der gestrige Tag wirklich (sehr) ruhig war, meine Kollegin und ich soweit mit allem fertig waren und jeweils zu den letzten Klienten gingen klingelte es gleich zwei mal. Eine Bewohnerin, welche heute etwas früher zu Bett wolle, was auch gar kein Problem ist und darstellte und eine Bewohnerin, welche sich am anderem Ende der Rufanlage nicht meldete. Kurzerhand entschlossen sagte ich meiner Kollegin über der Rufanlage bescheid, dass sie doch mal bitte gleich gucken solle, da sie gerade auf dem gleichen Stockwerk tätig war.
Als ich doch früher fertig war, entschloss ich mich hinauf zu gehen und nach dem rechten zu gucken. Was sah ich ? Eine Bewohnerin vor dem Bett kniend. Erst dachte, sie würde beten, da es auf dem ersten Blick wirklich so aussah. Tatsächlich ist sie aber aus ihren Latschen gerutscht und so langsam zu Boden "gefallen". Gott sei Dank hat sie sich nichts getan, außer eine kleine Beule an der Stirn, welche ich jedoch gleich zu kühlen versuchte, was auch relativ gut half.
So einfach kommt man auf seine Überstunden. Zu Hause schmipfte schon die Freundin, die mit dem Essen wartete.. Solch chaotische Dienste wie in den letzten Tagen hatte ich lange nicht mehr. So kommt man zumindest nicht aus der Übung





