Asystolie – Ich bin Tod!
Keine Angst! Hinter dieser Überschrift versteckt sich nur ein "lustiger" Dialog einer (dementen) Klientin, welche im Rollstuhl sitzt und mir, als ich diese ins Bett bringen wollte / musste. In gleicher Zeit ertönte das lang anhaltende Piepen unserer Geschirrspülmaschine, welches sich ähnlich wie ein EKG anhört:
Ich: Frau X, hat das Abendessen geschmeckt ?
Klientin: Ja, danke..
Ich: Dann bringe ich sie in Ihr Zimmer, damit sie sich vor noch etwas frisch machen können, bevor sie schlafen gehen. Sie schlafen ja schon halb.Die Geschirrspülmaschine piept los, da der Waschgang beendet ist. (Das piepen geht so lange, bis man es abschaltet).
Klientin: Sie brauchen sich doch nicht die Mühe machen..
Ich: Na, warum das denn nicht ? Das ist doch gar kein Problem!
Klientin: Na, hören sie das denn nicht ?
Ich: Nein, ich weiß gerade nicht was sie meinen ?!
Klientin: Na, die Nulllinie - Ich bin Tod!
Ich: ... ... ...
Eine Asystolie beschreibt einen "Herzstillstand" bzw. das Anzeigen der Nulllinie (flatline) eines EKGs. [Wikipedia: Asystolie]
Betrunkene Bewohnerin
Da in unserer Pflegeeinrichtung, wie viele es ggf,. schon wissen auch betreutes Wohnen angeboten wird (72 Wohnungen) erlebt man auch auf diesem Gebiet so einiges.
Heute Abend, kurz vor Feierabend klingelten 3 Bewohner / Mieter der Wohnungen auf einmal. Meine Kollegin und ich waren zu recht verdutzt, denn alle 3 Klingeln wurden in einem und dem selben Flur getätigt, so dass ich dort gleich hin gegangen war und nach sah was da los ist (falls da was sein sollte - lieber einmal zu viel als zu wenig gucken).
Ger Grund war eine stark angetrunkene ältere Dame, welche von ihren "Einkäufen" wiederkam und sich im Flur verirrte. Das einzige was man nur hörte war: "Och Mennooooo - wo wohne ich denn noch gleich ? Überall sind alle Wohnungen schon besetzt, gibt es hier was umsonst ?" Ich begleitete sie auf ihre Wohnung, ins richtige Stockwerk. Sie meinte dann nur "Huii, danke junger Mann, wenn sie wollen können sie gerne bleiben und es sich auf dem Sofa gemütlich machen. Ich komme dann gleich dazu" - Dies lehnte ich dann doch lieber dankend ab
. Da mache ich mir es lieber in meiner schicken Wohnung gemütlich.
Angehörigenbesuch – Wie ausgewechselt
Sicher kennen das einige Pflegekräfte: Das Phänomen "Wenn Angehörige unangemeldet zu Besuch kommen, sind die zu betreuenden Pflegeempfänger oftmals wie ausgewechselt - Positiv oder Negativ".
Wie jeden Nachmittag, so lief ich auch gestern meine Runde ab, um die Klienten aus der Mittagsstunde heraus zu versorgen, um anschließend im Aufenthaltsraum gemütlich zu sitzen und Kaffee + Kuchen zu "ergattern". Während dieser Runde, haben wir vor kurzem eine ältere Dame dazubekommen. Der Arzt verordnete Mobilisation ohne Ende. Da diese Klienten an sich relativ Fit ist, ist dies auch kein Problem... Außer, dass sie nie wirklich Lust hat aufzustehen. Jeden Tag erfindet sie neue "Krankheiten" oder sagt, dass sie Müde sei, was auch der wahre Grund ist. Sie mag lieber etwas länger Schlafen, TV sehen und für sich alleine sein: Was auch alles KEIN Problem ist. Wir machten ab, dass sie zumindest für ein Stündchen in den Aufenthaltsraum kommen kann, um Kaffee und Kuchen zu erhalten, was uns bis dato auch sehr gut gelang.
Zurück zu gestern: Als ich in die Wohnung der Klientin kam, ihr auf die Toilette half und sagte, dass ich sie auf eine Tasse Kaffee abholen möchte, lehnte sie es ab: "Ich habe heute Nacht nicht so gut schlafen können, vielleicht bleibe ich lieber noch ein wenig liegen" - Gesagt getan!
Ca. 25 Minuten später kam die Enkelin, der Klientin an und wollte Ihre Oma besuchen. ICh begleitete sie in die Wohnung und schon gings los: Als die Klientin ihre Enkelin erblickte hieß es gleich:
Herr Pfleger, wieso liege ich denn noch immer im Bette ?
Es ist noch den ganzen Vor- und Nachmittag niemand hier gewesen!
Wie stellen sie sich das nur vor ? Der Arzt sagte doch, ich solle mich bewegen! [...]
Es war nicht sonderlich einfach, aus dieser Situation glimpflich davon zu kommen bzw. diese Situation richtig zustellen, dennoch versuchte ich es und erwähnte, dass ich vor ca. 25 Minuten bei ihr war. Zum Glück schenkte mir ihre Enkelin ein kurzes Lächeln und ihr Vertrauen..
Da ging die Hose kaputt.
Ein sehr unangenehmes arbeiten heute. Der Grund: Eine kaputte Hose.
Als ich heute Nachmittag einen meiner zu betreuenden Pflegeempfänger vom Bett in den Rollstuhl transferieren wollte, blieb ich am Rollstuhl (großer und schwerer Elektrorollstuhl) des Klienten hängen und hörten gemeinsam ein (relativ lautes) "raaatschhh" - Die Hose ist am Schritt gerissen.. Glaubt mir, das war und ist wirklich sehr sehr sehr peinlich, zumal man noch den ganzen Nachmittag zu arbeiten hat / hatte.. Man sah nicht viel, dennoch sah man einige "Fransen" meiner Jeanshose, vor allem wenn man hinter mir herging
Da fällt mir gerade ein: Hoffentlich war das nicht allzu sehr aufgefallen, wie eine Angehörige hinter mir herging, um ihre Mutter zu besuchen..
Pssst…! Ich schlafe doch!
Heute mal kurz und bündig. Ein "lustiger" Dialog mit einer Klientin, während der Versorgung nach der Mittagsstunde:
Ich: Hallo Frau XY, hatten sie eine gute Mittagsstunde ?
Klientin: Pssssst...! Ich schlafe doch! Hören sie das nicht ?
Ich: Sie haben doch die Augen auf ?!
Klientin: (machte schnell die Augen zu und fing an zu schnarchen)
Wir waren gut in der Zeit!
Nachdem der gestrige Tag wirklich (sehr) ruhig war, meine Kollegin und ich soweit mit allem fertig waren und jeweils zu den letzten Klienten gingen klingelte es gleich zwei mal. Eine Bewohnerin, welche heute etwas früher zu Bett wolle, was auch gar kein Problem ist und darstellte und eine Bewohnerin, welche sich am anderem Ende der Rufanlage nicht meldete. Kurzerhand entschlossen sagte ich meiner Kollegin über der Rufanlage bescheid, dass sie doch mal bitte gleich gucken solle, da sie gerade auf dem gleichen Stockwerk tätig war.
Als ich doch früher fertig war, entschloss ich mich hinauf zu gehen und nach dem rechten zu gucken. Was sah ich ? Eine Bewohnerin vor dem Bett kniend. Erst dachte, sie würde beten, da es auf dem ersten Blick wirklich so aussah. Tatsächlich ist sie aber aus ihren Latschen gerutscht und so langsam zu Boden "gefallen". Gott sei Dank hat sie sich nichts getan, außer eine kleine Beule an der Stirn, welche ich jedoch gleich zu kühlen versuchte, was auch relativ gut half.
So einfach kommt man auf seine Überstunden. Zu Hause schmipfte schon die Freundin, die mit dem Essen wartete.. Solch chaotische Dienste wie in den letzten Tagen hatte ich lange nicht mehr. So kommt man zumindest nicht aus der Übung
Hilfe in allen Lebenslagen!
Gestern Abend, gegen 18:30 Uhr klingelte es an der Tür, der Pflegestation. In dir Tür kam ein jüngerer Mann zusammen mit seinem Fahrrad. Den Drahtesel stellte dieser im Hausflur ab und kam auf Station.
Radfahrer: Pumpe mit Auto ?
Kollegin: Bitte was möchten Sie ?
Radfahrer: Ja, also, ähm, Fahrrad mit Auto
Kollegein und Zivi: (rufen nach mir) Martin was will er ?Ich: (stelle mich vor) Wo drückt der Schuh ?
Radfahrer: Also ich brauch eine Auto-Fahrradpumpe.. (räusperte sich mehrmals, so dass der Satz locker 2 Minuten dauerte)
Ich: Eine Fahrradpumpe mit Auto-Ventil ?
Radfahrer: Ja, also öhm, ähm da kommt immer wieder Luft raus
Einen Blick ins Treppenflur zeigte sein Fahrrad mit einem platten Hinterreifen. Ich ging zur "Allzweck-Kammer" wo wir Luftpumpen uvm. an Werkzeug / Rollstuhlzubehör haben, gab ihm eine Pumpe mit dem gewünschten Autoventil, er pumpte sein Rad auf und war sichtlich erleichtert - Jetzt machte ihn nur noch der Regen zu schaffen
Unser Zivi meinte nur: Tja, wir helfen in (fast) allen Lebenslangen!
40°C Fieber und Spastiken
Der gestrige Tag schien nicht viel ruhiger: Ein Bewohner mit 40°C Fieber und einen weiteren mit Spastiken. Zusätzlich eine alleingelassene Ehefrau die in Sorge ist, da ihr Mann derzeit im Krankenhaus liegt. Unsere Klingelanlage fing schon zu glühen an!
Das "schwerste" war es gestern, einen Arzt zu erwischen, da gestern ein Brückentag (Ein Tag zwischen zwei Feiertagen) war und nur der ärztliche Notdienst verfügbar war. Nach gut einer Stunde traf ein Arzt an, welcher sich sicherheitshalber unseren Klienten mit Fieber ansah um ggf. eine Lungenentzündung auszuschließen, da die Atemwege ziemlich "dicht / verstopft" wirkten.. Es hatte sich aber nichts bestätigt
Heute ist Ostern, mal sehen was heute auf uns zu kommt.
Gestern Abend hatten wir den Tagesraum schon etwas festlich geschmückt, in der Hoffnung dass es unseren Bewohnern gefällt. Dies zeigt sich ja nachher.
Kar(os)freitag auf Station.
Am gestrigen Karfreitag war es anfangs ein sehr entspanntes arbeiten, die meisten Bewohner verbrachten den Nachmittag im Tagesraum. Das Wetter lud dazu ein, eine der großen Terrassentüren zu öffnen und die sonne hineinzulassen. Der Tag wirkte bis 18:00 Uhr mehr als perfekt zu sein. Denkste!
Schon beim Abendessen gab es die ersten kleinen "Pannen". Eine Bewohnerin, welche sehr dement ist, wusste nichts mit dem Brot und dem Belag anzufangen. so nahm sie sich das Schälchen mit Butter und pampte sich den gesamten Inhalt auf die kleine Weißbrotscheibe. Hilfe wollte sie keine haben, jeder Versuch ihr zu helfen scheiterte und endete mit einem rauen "LASSEN SIE MICH - ICH BIN DOCH NICHT DOOF!" Recht hat sie ja, aber ca. ein halbes Pfung Butter auf einer scheibe Brot wäre auch nicht das wahre gewesen.. Nach einem letzten ganz ruhigem und entspannten Versuch gelang es uns dann doch, diese riesige Buttermasse vom Brot ab zu streifen und ihr mit dem belegen und schmieren des Brotes zu helfen.
Das nächste "lustige" Ereignis war, als ich einer Bewohnerin gerade etwas zu trinken reichen wollte, sie erst trank und dann plötzlich den Mund zu machte. Kurz mit der Kollegin geredet floss der gesamte Inhalt des Bechers (Multi-Vitaminsaft) auf Ihren schönen weißen Rollkragenpullover - Das sah vielleicht heiß aus
Was ich mir von der Bewohneren anhören durfte ? "Sie Schwein, Sie können ja nicht einmal richtig trinken!". Der Pullover musste natürlich eingeweicht werden, was mir zum Glück auch gelang..
Das "letzte" und mit schwerste Unterfangen war es, eine Bewohnerin ins Bett zu bringen. Drei mal musste ich sie wieder ausziehen, da sie der festen Überzeugung war, dass es ja morgens wäre. Kaum hatte ich sie im Bett und wünschte eine gute Nacht, stand sie auf, zog sich an und ging in den Tagesraum. Eigentlich wäre es ja kein Problem gewesen, sie sitzen zu lassen.. Aber, alleine sitzen wollte sie auch nicht.. Da es jetzt auf den Sommer zugeht, wird dies kein seltenes Ereignis bleiben.. "Ältere" Blogleser wissen auch warum
Diesen Beitrag habe ich schnell zwischen Tür und Angel geschrieben, daher kann dieser an einigen Stellen etwas abgehackt "klingen" - Sorry dafür und bis "später".
Doch ein freier Tag!
Noch gestern klingelte das Telefon, ob ich nicht zum Spätdienst kommen könnte, da jemand fehlt und nicht erreichbar wäre. Das hat sich jetzt wohl erledigt, vor ca. einer stunde kam ein Anruf, dass ich nun doch FREI machen könne.
Einen solchen Anruf bekam ich bisher nur sehr selten
Hello, I'm Sören!





