23Jan/12

Buchverlosung “Demenz natürlich behandeln” und ein Interview mit der Autorin Frau Dr. Flemmer

InterviewWie Ende letzten Jahres versprochen, werde ich auch in diesem Jahr wieder ein paar Bücher an euch verlosen und auch interessante Interviews rund um das Thema Pflege führen. Diesmal findet sich sogar beides in einem Artikel, nämlich genau hier. Die Schlütersche Verlagsgesellschaft hat es mir nämlich ermöglicht, ein schriftliches Interview mit der Autorin des heute zu verlosenden Ratgebers „Demenz natürlich behandeln“ zu führen. Und obendrein gibt es noch ein Exemplar zur Verlosung. Das ist doch mal ein super Start in die Woche, oder?

Worum geht es in dem Buch?
Sicherlich beschreibt der Klappentext des Buches ganz gut, was man als Leser/in beim Schmökern zu erwarten hat:
"Demenz kann man auf natürliche Weise vorbeugen und das Leben mit der Krankheit leichter erträglich machen. Neben der notwendigen medikamentösen Therapie gibt es viele Möglichkeiten, die Geist und Körper auf sanfte und natürliche Weise stärken. Auch die richtige Ernährung und Heilpflanzen können sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Andrea Flemmer hat alle sinnvollen alternativen Maßnahmen fachkundig recherchiert, kritisch geprüft und in diesem Ratgeber zusammengestellt. Dazu gibt sie kompetenten Rat und viele praktische Tipps."

Damit ihr euch einen Eindruck vom Inhalt machen könnt, habe ich hier mal ein Bild des Inhaltsverzeichnisses gemacht:
Verzeichnis Buch Demenz natürlich behandeln

Man sieht, es werden wirklich viele Therapien und Methoden beschrieben. Da meine Oma auch schwer dement war, kann ich in den Ratgebertexten so mache Situation, die ich mit ihr erlebt habe, wiederfinden. Vielleicht hätte ich auch besser auf einige Dinge reagieren können, wenn ich das Buch vorher gelesen hätte. Denn ich war manchmal überfordert, muss ich zugeben. Vielleicht geht es einigen von euch ja auch so? Aber bevor ich jetzt noch mehr Worte über das Buch verliere, lasse ich Frau Dr. Flemmer doch mal selbst zu Wort kommen:

Liebe Frau Dr. Flemmer, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. Sie haben ja bereits einige erfolgreiche Ratgeber geschrieben und haben 2002 den Neubiberger Umweltpreis für ihr „kontinuierliches und ideenreiches Engagement in der Umweltbildung“ erhalten. Ihr neuer Ratgeber heißt „Demenz natürlich behandeln“. Wie sind Sie auf dieses Thema aufmerksam geworden? Warum wollten Sie dazu einen Ratgeber veröffentlichen?

Nun, da ich feststellen mußte, dass meine Mutter an Demenz erkrankt ist und ich die Möglichkeiten ihr zu helfen intensiv kennenlernen wollte kam ich auf die Idee. Mit diesem Ratgeber sah ich eine Möglichkeit vielen Betroffenen zu helfen.

Wer ist die Zielgruppe Ihres Buches? Hier bei www.der-pflegeblogger.de lesen ja Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen mit - Pflegekräfte, Beschäftige aus anderen Gesundheitsbereichen, Betroffene und auch einfach nur diejenigen, die sich informieren möchten.

Ich sehe hier Betroffene, wozu auch Verwandte, Bekannte und Freunde der Erkrankten gehören. Aber auch Pflegekräfte, Beschäftigte aus anderen Gesundheitsbereichen gehören zur Zielgruppe. Schließlich habe ich auch einen ausführlichen Teil zur Vorbeugung von Demenz geschrieben – damit sind auch alle Menschen gemeint, die diese Krankheit nicht bekommen wollen.

Ich habe Ihr Buch ja selbstverständlich auch bereits gelesen. Ich finde wirklich, dass es hält, was es verspricht und sehr viele hilfreiche Informationen rund um das Thema Demenz bietet. Ein spannendes Thema sind die verschiedensten Therapien, mit denen man Demenz natürlich, also zusätzlich zu den Medikamenten, behandeln kann. Welches sind denn die aus Ihrer Sicht wichtigsten Therapien?

Es freut mich, dass Ihnen mein Buch gefällt. Aber eine wichtigste Therapie kann ich gar nicht herausstellen, da nahezu jeder Demenzfall anders verläuft. Eine liebevolle Betreuung des Betroffenen ist in meinen Augen das Wichtigste. Dazu gehört nicht, dass dies mit der Pflegeversicherung nur schwer zu finanzieren ist.

Und zusätzlich zu diesen Basis-Therapien, welche Therapien bieten besondere Stärken? Ich persönlich finde ja die Humortherapie immer gut, egal ob bei Demenz oder bei kranken Kindern. Lachen macht eben gesund. Was meinen Sie?

Selbstverständlich bin ich da Ihrer Meinung. Deshalb bin ich ja auf die Idee gekommen, anstelle von Gedichten Witze auswendig zu lernen. Damit erheitert man sich und seine Umgebung.

Außerdem geben Sie im Buch Tipps, wie man das Risiko, an Demenz zu erkranken, minimieren kann. Für alle meine Leser, die das Buch nicht gewinnen können: Bitte fassen Sie doch kurz ein paar praktische Tipps zusammen.

  • Wie schon erläutert: Witze auswendig lernen. Generell ist es sehr wichtig geistig rege zu bleiben und sich in diesem Zusammenhang auch immer auf etwas Neues einzulassen – Volkshochschulen bieten dazu zahlreiche Möglichkeiten.
  • Wer gerne Musik macht oder hört: Wunderbar. Musiker erkranken weniger an einer Demenz als dies durchschnittlich der Fall ist.
  • Kreislauferkrankungen behandeln und vorbeugen
  • Blutfette (z. B. Cholesterin und Triglyceride) im Normbereich halten. Generell ist es wichtig auf die Gesundheit zu achten.
  • Bewegung ist sehr wichtig: Zahlreiche Studien kamen zu dem Ergebnis, dass körperliche Aktivität zu einem um 30 – 50 % geringeren Risiko führt, kognitive Leistungseinbußen zu entwickeln oder sogar eine Demenz auszubilden.
  • Gesunde Ernährung, das heißt: eine vollwertige Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • Kontrolle des Körpergewichts (Diät) und eventuell Übergewicht abbauen
  • die frühzeitige Behandlung einer Depression
  • Nicht Rauchen
  • Diabetes I gegebenenfalls richtig einstellen lassen, Diabetes Typ II nach Möglichkeit z. B. über Gewichtsreduktion und Bewegung verbessern oder beseitigen.
  • Stress vermeiden
  • Gedächtnistraining - Schlecht für unsere Denkzentrale ist es, wenn sie über Jahre nicht gefordert wird oder man sich keinen neuen Situationen stellen muss.

Eine Studie aus den USA zeigte, dass diejenigen Senioren, die einmal pro Woche musizierten, tanzten, Denksportaufgaben lösten das Risiko für eine Demenz um 7 % reduzierten, waren es elf aktive Tage pro Monat sank das Risiko sogar um 63 %!

Buch Demenz natürlich behandelnVielen Dank, Frau Dr. Flemmer, für diese interessanten Antworten. Und auch dafür, dass ich an dieser Stelle ein Exemplar Ihres Buches „Demenz natürlich behandeln“ verlosen darf. Also ab an die Tastatur, liebe Leser/innen und bis Ende dieser Woche (Sonntag, 29.01.) einen Kommentar hier hinterlassen. Per Zufallsgenerator wird dann der oder die Sieger/in ermittelt. Vor allem würde ich mich freuen, wenn ihr schreibt, warum das Buch zu eurer Lektüre werden sollte. Viel Glück! (Bitte nicht wundern, falls der Kommentar nicht direkt erscheint, ich muss ihn aus Schutz vor Spam erst freigeben)

Kommentare (7) Trackbacks (1)
  1. Hallo,

    meine Oma war Demenzkrank und wir kamen uns ziemlich hilflos vor obwohl ich als Krankenschwester eigentlich recht vertraut mit dem Thema bin. Wenn es in der eigenenen Familie passiert steht man erst einmal da und ist total überfordert.
    Ich denke das Buch könnte für meinen beruflichen und auch privaten Weg zukünftig sehr hilfreich sein.

    Liebe Grüße
    Indra

  2. mein Opa hat auch leider Demenz, wir versuchen alle meinen Opa dabei so gut wie es nur geht zu unterstützen.

  3. Respekt! Durchdachte Inhalte!

  4. Ich arbeite beruflich mit an Demenz Erkrankten und freue mich immer ueber neue Ideen, diesen Menschen trotz ihres schweren Schicksals ein Leben in Würde zu ermöglichen.

  5. Wir sind momentan auch betroffen, meine Mutter hat es schleichend bekommen, mein Vater hat sich jahrelang um Sie gekümmert, nun hat er vor einigen Monaten Nierenkrebs bekommen und ist selber pflegebedürftig…es ist wahrlich nicht einfach..Das Buch würde uns helfen besser mit dieser Krankheit umzugehen, man braucht unendlich viel Geduld und Energie

  6. Bin in der Altenpflege tätig und habe meine Facharbeit über Kurzaktivierung bei Demenz-Erkrankten geschrieben und würde mich sehr über dieses Buch freuen!
    Würde es auch an den Kollegenkreis weiter-borgen

    Lg

  7. hallo ich bin zwar nur pflegefachhelfer aber habt ihr schon mal was von naomi feil gehört die ist gerontologin therapeutin für demenz erkrnkten menschen u. hat bücher mit besseren umgang mit demz versucht es mal die frau hat echt ahnung u. es hilft echt was sie macht gruss tamtamtam facebook nä


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