Serie „Einblicke in die Pflege“: Das Webportal pflege.de
Vor drei Wochen habe ich die neue Serie „Einblicke in die Pflege“ mit dem Interview mit der Demenzbegleitung Mundt begonnen. Heute kann ich ein weiteres Interview präsentieren und bin dafür mal von der Offline- in die Online-Welt gewechselt. Das Portal www.pflege.de ist mir nämlich schon öfter aufgefallen. Nach eigenen Angaben hilft die Webseite bei der Suche nach passenden Pflegeanbietern und berät sogar persönlich, wenn ein Pflegefall eintritt. Wie das funktioniert, warum und wann das Portal entstanden ist und noch einiges mehr habe ich Herrn Kilchert, Geschäftsführer der web care LBJ GmbH (Betreiber der Webseite), gefragt.
Hallo Herr Kilchert, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. Als Einstieg würde ich Sie bitten, kurz einen Überblick über die Webseite pflege.de zu geben. Wann und warum ist das Portal entstanden? Wie kamen Sie auf die Idee, solch eine Online-Vermittlung aufzubauen?
Die Idee zu pflege.de hatte zunächst mein Co-Geschäftsführer Dr. Benedikt Zacher. Er wollte ein Geschäftsmodell entwickeln, das die Transparenz und Qualität bei Pflegeanbietern fördert. Sein Ziel war es, eine Plattform zugunsten der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen zu schaffen. Zusammen entwickelten wir dann letztes Jahr die ersten Ideen. So entstand der Anspruch, ein Pflegeportal zu etablieren, das zum ersten Ansprechpartner rund um das Thema Pflege im Internet wird. Welche Angebote der Pflege gibt es? Welche Leistungen sind gut und welche nicht? Und was kostet das alles? Neben diesen Fragen gilt es auch viele persönliche Themen zu klären. Genau dort setzt pflege.de an und hilft kompetent und unabhängig.
Das Herzstück der Datenbank scheint ja die Adressdatenbank von Pflegeanbietern zu sein. Wie gewährleisten Sie, dass diese Datenbank möglichst aktuell ist und zudem auch nur seriöse Anbieter enthält?
Wir listen zunächst nahezu jeden Anbieter in Deutschland (ca. 26.000) mit einem Adresseintrag, der regional gesucht werden kann. Um die Aktualität der Daten zu gewährleisten, kontaktieren wir regelmäßig unsere direkten Partner. Bei allen weiteren Daten bauen wir auch auf die Mithilfe der Besucher von pflege.de, die uns darauf hinweisen, wenn in einer Region eine Einrichtung nicht gelistet sein sollte oder ein neuer Anbieter kürzlich hinzukam. Was die Seriosität anbelangt, qualifizieren wir unsere Partner auf Basis objektiver Kriterien. Das sind sowohl deren Angebotsspektrum als auch qualitative Bewertungen von Institutionen wie dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), dem unabhängigen Selbsthilfeverband BIVA, der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) oder der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS). Diese Organisationen zertifizieren und bewerten Einrichtungen. Das tatsächliche Herzstück von pflege.de ist jedoch die kostenlose Telefonberatung unter 0800-24241212. Deshalb raten wir Familien immer, bei der Suche nach Anbietern unsere Hotline anzurufen. Nur dann können wir zusätzlich noch Rückmeldungen von anderen Familien in die Beratung einfließen lassen.
Zu meinen Lesern zählen ja auch zahlreiche Selbständige in der Pflege. Falls sie doch noch nicht bei Ihnen vertreten sind und sich eintragen möchten, an wen sollten sie sich wenden?
Der einfachste Weg ist, sich unter partner@pflege.de zu melden. Wir melden uns dann zurück und beantworten gern alle Fragen. Unser Angebot ist vielfältig. Wir adressieren die beiden Kernherausforderungen der Pflege – das Auslastungsproblem, aber auch den Pflegekräftemangel mit unserem spezialisierten Pflegejob-Portal.
Sie bieten auf Ihrer Webseite nicht nur die angesprochene Adressdatenbank, sondern auch persönliche Beratung an. Das ist ja erst einmal ungewöhnlich für Online-Portale, die (so meine Erfahrung) meistens zwar viele Infos im Netz bereitstellen, aber am liebsten nicht angerufen werden möchten. Wieso bieten Sie diesen Service an?
Pflege ist ein sensibles Thema, das mit Emotionen verbunden ist. Wenn wir unser Angebot nur anonym im Internet bereitstellen würden, könnten wir der Komplexität der Anfragen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen nicht gerecht werden. Wir beraten persönlich, weil unser Ansatz verbraucherorientiert ist. Nur so können wir den Familien eine optimale Lösung für ihre jeweilige Situation anbieten. Auflisten von Anbietern können viele Portale, umfassend, unabhängig und persönlich beraten nur wenige.
Stimmt es, dass die telefonische Beratung nur durch professionelle Pflegeberater durchgeführt wird? Was versprechen Sie sich davon?
Unsere Beraterinnen und Berater haben zumeist jahrelang in der Pflege gearbeitet und eine Ausbildung zur Pflegeberater/in gemacht. Die pflegerischen Erfahrungen unserer Mitarbeiter sind uns sehr wichtig, denn nur so können wir eine qualitativ hochwertige Beratung anbieten.
Die Adressdatenbank und die Info-Hotline sind ja für den Besucher bzw. Anrufer kostenlos. Das ist ein super Service, aber nur zum Spaß haben Sie das Portal ja sicherlich auch nicht erstellt. Wie verdienen Sie eigentlich Geld?
Spaß und gesellschaftliche Verantwortung sind uns sehr wichtig. Wir bleiben aber ein Wirtschaftsunternehmen. Um den Familien ein kostenloses Angebot liefern zu können, müssen wir uns refinanzieren. Geld verdienen wir durch die Pflegeanbieter. Denn sie können auf unserer Webseite werben und zahlen Servicegebühren für die Beratung künftiger Bewohner und Arbeitnehmer über das Jobportal von pflege.de.
Sie haben in den letzten Wochen den neuen Service der 24-Stunden-Pflege gestartet. Das war sicherlich nicht das letzte neue Feature, oder? Können Sie zum Schluss schon einen Einblick in die Zukunft geben?
Mit der 24-Stunden-Pflege bzw. -Betreuung wollen wir unser Angebot sukzessive zu einem umfangreichen Service ausbauen. Wir planen also noch etliche andere Services planen. Wer sich in der Pflege auskennt weiß, dass „Pflege“ im Volksmund nicht nur mit Altenheimen und Betreutem Wohnen verbunden ist. Sobald wir weitere Leistungen hinzunehmen, erzähle ich gern mehr dazu. Aber Sie dürfen gespannt sein, dies wird schon in den nächsten Wochen der Fall sein!
Lieber Herr Kilchert, vielen Dank für das ausführliche Interview. Ich werde Ihr Portal weiter verfolgen und wünsche viel Erfolg beim Ausbau.
Hello, I'm Sören!





