Vereinbarkeit von Pflege und Job
Die Gesellschaft für Konsumforschung, kurz GfK, hat eine repräsentative Umfrage unter 500 deutschen Firmen veröffentlicht, die sich mit dem Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ befasst. Das Ergebnis ist ziemlich verbesserungswürdig, wenn man bedenkt, dass in den kommenden Jahrzehnten aufgrund der alternden Bevölkerung sicherlich auch dies ein Faktor für Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sein kann.
Rund 62 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie sich noch gar nicht mit der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege befasst haben. Und 71 Prozent können nicht einmal betriebliche Maßnahmen zum Thema nennen. Beauftragt wurde die Studie von der Initiative „berufundfamilie“ der Hertie-Stiftung.
Die Studie zeigt also mal wieder, dass der Aufklärungsbedarf hier wirklich hoch ist. Die Vereinbarkeit von Job und Familie ist, nicht zuletzt durch die immer wieder große Medienaufmerksamkeit, in quasi jedem Unternehmen eine wichtige Frage. Aber beim Thema Pflege ist dies leider überhaupt nicht so. Es ist also etwas gänzlich anderes, ob man – bildlich gesprochen - die Kleidung eines Kindes oder einer pflegebedürftigen Person in die Waschmaschine steckt, also sich um einen jungen oder älteren Menschen kümmern muss.
Wenn die Hertie-Stiftung sich nun mit diesen Ergebnissen für eine Verbesserung von Pflege- und Berufsvereinbarkeit einsetzen will, dann sollte sie zunächst Infomaterialien produzieren, denn 83 Prozent der Befragten sagten, dass sie in Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bis jetzt nicht aktiv waren, weil es an Umsetzungshilfen und Tipps mangelt. Hier ist also eine Wissenslücke, die zum Wohle derer, die einen anderen Menschen pflegen, recht schnell geschlossen werden könnte.
Die ganze Studie gibt es hier zum Download.
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