Wenn das Taschentuch..
..zur Leberwurst wird!
So lautete der Titel meiner letzten Fortbildung zum Thema "Demenz".
Schon viele haben sich bzgl. diesen Titels gut amüsieren können und wünschten eine Erklärung von mir. Ich sagte dann: Für viele Demenzerkrankte Pflegeempfänger sind (für uns normale) Gegenstände etwas ganz anderes, als es eigentlich ist. Das mag etwas kompliziert klingen. Nehmen wir als Beispiel ein ganz normales "Taschentuch".
In der Welt demenziell-erkrankter Menschen kann ein simples und für uns "ganz normales" Taschentuch viel mehr sein als ein Taschentuch. So sehen manche darin eine Kopfbedeckung, einen Telefonhörer oder eben eine "handelsübliche" Leberwurst, legen sich diese aufs Brot und beißen herzhaft ab.
Viele Pflegekräfte, Verwaltungsangestellte einer Pflegeeinrichtung belächeln diese Tatsache gerne und können sich im Traum nicht vorstellen was der Bewohner oder die Bewohnerin das macht. Gestern das passende Beispiel: Einer meiner Klienten trinkt zum Abendessen gerne eine Tasse Tee, da der gestrige Tee ein wenig zu wässrig war (Die Küche nahm zu wenig Teebeutel) nahm sich der Klient ein Taschentuch, wickelte sich dort ein Teil seines Abendessens ein, rollte dieses zusammen, "tunkte" dieses in die Tasse mit Tee hinein und ließ es dort drinnen verweilen.
Wozu das Taschentuch hier verwendet wurde, muss ich sicher nicht erläutern... Oder ? Es wurde als ein Teebeutel "umfunktioniert".
So betrachen demenz-erkrankte für uns "ganz normale" Gegenstände.. Ein ähnliches Phänomenen gibt es auch bei (spielenden) Kindern, wo ein Topdeckel zum Lenkrad eines Rennautos wird..
Hello, I'm Sören!






November 12th, 2009 - 23:15
Dies ist ein wirklich gutes blog!