Wohnen im Alter – wie finde ich einen passenden Alterswohnsitz?
Ich habe ja vor einigen Monaten hier im Blog schonmal ein Interview mit Herrn Kilchert vom Webportal pflege.de veröffentlicht. Im Zuge dieses Interviews habe ich mich intensiv mit den online zu findenden Infos rund um das Thema „Wohnen im Alter“ beschäftigt, denn auf pflege.de gibt es unter anderem ja auch Altenheime und Seniorenresidenzen, die dort für sich werben. Am Wochenende hatte ich nun endlich mal wieder Zeit, mich statt auf den Bürostuhl in meinen Sessel zu legen und habe nochmal die alten Notizen aufgerufen. Der folgende Beitrag ist daraus entstanden:
Wohnen im Alter - aber wie möchte ich überhaupt wohnen?
Wenn man über die passende Wohnung für sich als Senior nachdenkt oder auch die passende Wohnung für die (Schwieger)eltern – damit sie beispielsweise näher am eigenen Zuhause wohnen oder betreut werden – dann muss man sich erstmal die Frage stellen, wie ich überhaupt wohnen will. Es gibt da nämlich mehrere Unterschiede:
1. Betreutes Wohnen, Seniorenresidenz, Integriertes Wohnen, Service-Wohnen
Mir waren immer nur die beiden erstgenannten Begriffe geläufig, aber bei der Internetrecherche ist einem noch allerhand anderes an Bezeichnungen untergekommen. Ich bleibe der Einfachheit halber mal bei dem ersten (und wohl auch bekanntesten) Begriff „Betreutes Wohnen“. Dies ist eine Zwischenstufe zwischen dem Wohnen zu Hause und dem Wohnen in einem Altersheim mit Rundumbetreuung. Diese Art des Wohnens im Alter ist für diejenigen passend, die sich nicht mehr vollständig selbst versorgen können, aber dennoch ein deutliches Maß Selbstständigkeit für sich bewahren möchten. Es gibt unterschiedliche Formen des Betreuten Wohnens, von Wohnanlagen mit integrierten Servicedienstleistungen bis hin zu Anlagen, in denen ein Servicebüro die Dienstleistungen von extern vermittelt.
Die Bewohner/innen lassen sich auch recht gut eingrenzen:
- 72% haben Beschwerden beim Gehen bzw. bei der Bewegung
- 66% klagen über Probleme mit dem Herzen bzw. Kreislauf
- 50% haben Hörprobleme oder Sehschwierigkeiten
Und noch ein Fakt ist beachtlich: Vier Fünftel aller Einziehenden sind Frauen und genauso hoch ist die Zahl derjenigen, die alleinstehend einziehen. Betreutes Wohnen ist also vor allem für ältere Frauen interessant, die zusammen mit ihrem Ehepartner noch in einer eigenen Wohnung gelebt haben, aber nach dem Tod des Partners diese Wohnung nicht mehr bewohnen wollen oder können. Dann bietet ein betreutes Wohnen eine gute Balance von Unterstützung und Ablenkung, aber auch Selbständigkeit.
2. Barrierefreie Wohnung beziehen bzw. Wohnung anpassen lassen
Wer im Alter nicht mehr umziehen möchte, der kann sich sein Haus oder seine Wohnung altersgerecht anpassen lassen. Natürlich ist dafür auch ein wenig Kleingeld nötig bzw. sogar ein höherer Betrag – je nachdem, wie schwer es ist, die Wohnung barrierefrei bzw. altersgerecht umzuwandeln. Dafür hat man den Vorteil, sich im Alter nicht mehr an eine neue Umgebung gewöhnen zu müssen, weiterhin mit den (hoffentlich) netten Nachbarn ein Schwätzchen halten zu können und halt die gewohnte Wege gehen zu können.
Alternativ ist es natürlich auch möglich, doch noch einmal umzuziehen, aber nicht in eine Seniorenresidenz bzw. ein betreutes Wohnen, sondern in eine neue eigene Wohnung, die aber barrierefrei eingerichtet ist. Solche Wohnungen und Häuser finden sich über spezialisierte Makler aber auch schon über Online-Angebote, z.B. auf immonet.de oder anderen Plattformen.
3. Gemeinschaftliches Wohnen
Solch eine Form kannte ich eigentlich bisher nur aus meinem Studentenleben – die WG. Immer mehr Senioreninnen und Senioren organisieren sich nämlich in gemeinschaftlich ausgerichteten Wohnprojekten. Der Vorteil gegenüber den anderen beiden Varianten: Die Bewohner selbst, also die Senioren unter sich, gestalten das Zusammenleben in ihren Wohngemeinschaften mit. Da kommt ein neues Gemeinschaftsgefühl auf und die sozialen Kontakte werden auch im Alter noch erweitert. Das finde ich eine tolle Idee für alle, die Angst haben, zu vereinsamen. Zudem kann man gewisse Dienstleistungen des betreuten Wohnens ja auch zusätzlich in Anspruch nehmen und evtl. untereinander teilen – das spart Kosten.
Der Nachteil: Man muss im Alter nochmal Kompromisse machen beim gemeinsamen Zusammenwohnen. Aber je nach Größe und Ausstattung des gemeinschaftlichen Hauses kann man sich auch sicherlich seine Ruhezonen schaffen.
Fazit: Verschiedenste Möglichkeiten bieten Gestaltungsspielraum
Man sieht, es ist eigentlich für jeden etwas dabei und mit den richtigen Argumenten und Beispielen schafft man es auch bestimmt, die vielleicht am Anfang etwas widerspenstigen (Schwieger)Eltern zu einer Aufgabe der eigenen, nicht seniorengerechten Wohnung zu überreden.
Habt ihr Erfahrungen mit dem Thema Wohnen im Alter? Ich bin auf eure Kommentare gespannt. Zudem werde ich das Thema weiterverfolgen und bestimmt nochmal ergänzen.
Hello, I'm Sören!





